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in den Fluss geworfen und von dem Lepidotos, dem Phagros und dem Oxyrynchos verzehrt worden, welche sie von allen Fischen am meisten verabscheuen. ') An seiner Statt habe Isis aber als Nachbildung den Phallos gemacht und geweiht, dem zu Ehren auch jetzt noch die Agypter Feste begehen." So versichert auch Diodoros Sikulus, I, 22; "— das Schamglied aber sei, wie man sagt, von Typhon in den Fluss geworfen.., von der Isis aber nicht minder als die anderen Glieder göttlicher Ehren würdig geachtet. Denn sie habe ein Abbild davon angefertigt und in den Heiligtümern zur Verehrung gezeigt und bewirkt, dass es sowohl in den Weihen als bei den diesem Gotte dargebrachten Opfern, mit der grössten Scheu und Ehrfurcht angebetet werde". Es ergiebt sich auch aus archaologischen Funden, dass schon im alten Agypten dem Osiris ein Phallosdienst geweiht war.2)

Natürlich darf aus diesem Phallosdienste ebensowenig als aus den in II S. 20 flg. erwahnten anstössigen Mythen des eleusinischen Kultes, auf eine liederliche Lebensweise der Mysten geschlossen werden. Die alten Völker hatten eben rücksichtlich des Geschlechtslebens freiere Ansichten als wir, wenn auch manche schon damals an diesen Zeremonien und Mythen Anstoss nahmen und das Treiben gewisser mystischen Konventikel, zumal der aus Asien stammen-

1) P. Frisch zeigt in seiner Dissertation "De compositione libri Plutarchei qui inscribitur Tlepï "l<ri$oq notl 'On'pidos" (1907) S. 33 darauf hin, dass in diesem Paragraphen in betreff des Phagros und Oxyrynchos etwas ganz anderes als in Paragr. 7 zu lesen ist, woselbst nl. behauptet wird, man enthalte sich deshalb dieser Fische weil sie heilig seien, De comp. S. 5—7* Plutarch hat eben verschiedene Vorlagen benutzt und den Stoff nicht zu einem einheitlichen Ganzen zu verarbeiten gewusst.

2) Über den phallischen Osiriskuit bei den Agyptern vgl. Wiedemann, Herod. zw. B., S. 223—225. Auch im Sarapisdienste mag der Phallos nicht gefehlt haben, wie doch wohl aus Socrates, Kirchengesch. V, 16 geschlossen werden darf, wo es von Theophilos, dem Bischof Alexandriens heisst: "er zeigte, wie lacherlich die Myslerien des Sarapis und der anderen Götter seien, indem er gebot die Phallen mitten über den Markt zu tragen".

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