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den, von vielen herbe verurteilt wurde. So hat Apuleius selbst die Bettelpriester der zuweilen mit Kybele, der "Grossen Mutter" identifizierten "syrischen Göttin" (Atargatis),') welche ja auch geheime Feierlichkeiten zu begehen vorgaben,2) schonungslos gegeisselt.3) Aber was die besseren Mysterien betrifft, so haben, wie schon in II S. 21 bemerkt, selbst die christlichen Polemiker zwar gewisse Mythen und Zeremonien, doch nicht eigentlich das Betragen der Priester und Geweihten als unsittlich gebrandmarkt. Eher liesse sich das Gegenteil sagen. Tertullian hebt, wie gleichfalls schon, in III S. 58, erwahnt, die Enthaltsamkeit der agyptischen und der Mithraspriester rühmend hervor; Augustin, der überhaupt wohl am argsten den Kult der Kybele4) und des Dionysos5) schilt, leugnet nicht, dass in den geheimen Zeremonien Lehren zur Inachtnahme der Tugend und Keuschheit gegeben wurden.c) Es ist daher Schade, noch in der letzten Auflage des sonst so vortrefflichen Meyerschen Konversationslexikons u. d. W. Isis X, S. 47 zu lesen: "Der Kult der Göttin bestand aus Lustrationen, Festzügen, geheimen, oft zu sinnlicher Lust missbrauchten Weihen." Nur e i n Vorfall dieser Art, der die energische Verfolgung Tibers im Jahre 19 n. Chr.') veranlasst haben soll, ist uns und zwar nur von einem Gewahrsmann, Josephus Flavius, 8) überliefert; aber so interessant diese Begebenheit in religionsgeschichtlicher Hinsicht auch sein mag,9) so berechtigt sie uns doch nicht, die Isispriester selbst jener Zeit'ohne Weiteres für Kuppler zu halten, abgesehen noch davon, dass,

1) Vgl. Wissowa, Rel. u. Kult. d. Röm. S. 300—302.

2) Metam. IX, 9.

3) Metam. VIII, 24—IX, 10.

4) Vom Gottesstaat, II 4 u. 5, VII, 24 u. 26.

5) Vom Gottesstaat, VII, 21 u. 24.

6) Vom Gottesstaat, II, 6 u. 26.

7) Tacit. Jahrbb. II, 85, Sueton, Tiber. 36.

8) Jüdische Archaologie XVIII, 3, 4.

9) Reitzenstein, Poimandres S. 228 flg.

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