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V.

Dass die altagyptischen Priester nicht alle Mythen und Zeremonien dem ganzen Volke mitteilten, wird noch von einzelnen Agyptologen geleugnet') oder doch bezweifelt.2) Aber abgesehen davon, dass der alexandrinische Kult seine Geheimfeiern dem Wesen nach eher der altagyptischen Religion als der griechischen entlehnt haben dürfte, ist jedenfalls die Existenz von Osirismysterien im fünften Jahrhundert v. Chr. durch das ausdrückliche Zeugnis Herodots hinlanglich verbürgt.3) Und wenn wir in diesem oben (II S. 26 flg.) von uns angeführten Berichte lesen, dass zu Sai's die Schicksale des Gottes dargestellt wurden auf einem Teiche von der Grosse des sg. radförmigen zu Delos, so ergiebt sich hieraus, da dieser delische Teich 289 eng. Fuss lang und 200 breit war,4) dass jene Feier nicht eine Weihe Einzelner (wie gewöhnlich bei den spateren Isismysterien, vgl. III S. 48 flgg.) sondern ein Fest war, zu welchem (wie zu dem eleusinischen und samothrakischen) zwar nicht jedermann, aber doch immerhin eine grössere Anzahl

1) Wiedemann, Herodots zweites Buch S. 592, Die Religion der alten Agypter S. 108 flg.; Lange, Die Agypter in Chantep. d. 1. Sauss., Lehrb. d. Religionsgesch.3 I S. 192.

2) Schaf er, Die Myst. d. Os. S. 20.

3) Gegen Wiedemann vgl. Foucart in Rech. s. 1'orig. e. 1. nat. d. myst. d El., S. 34 3^- Vgl. aucli A. Er man, Agypten u. agyptisches Leben im Altertum II S. 358 flg. u. 377, E. Meyer, Geschichte des alten Agyptens S. 78, und Maspéro, Hist. anc. d. peupl. d. 1'Or. cl. I S. 510.

4) Vgl. Wiedemann, Herod. zw. B. S. 591. Ein eng. Fuss ist = O 30479 m.

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