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sie sehend, einen genügenden und hinlanglichen Beweis erhalte, nur aus dem Erscheinen allein, dass sie besteht. Und was ich mit den Augen gesehen, werden die undeutlichen Worte, die zu meinen Ohren dringen, nicht mehr umstürzen können." Zur Beleuchtung dieser Stelle sei hier kürzlich auf das Rezept verwiesen, das, im grossen Pariser Zauberpapyrus') Z. 154—285, ein gewisser Nephotes dem König Psammetich zur Totenbeschwörung giebt: man soll nl. nach allerlei Vorbereitungen ein ehernes Gefass mit Quellwasser auf den Knieen halten, Ö1 aus unreifen Oliven darauf giessen, und, indem man sich bückt, in das Gefass einen gewissen Zauberspruch hinein sagen; so wird der angerufene Tote erscheinen2) und auf alle Dinge, worüber man ihn befragt, Antwort geben, 219—250 f. f.

Apuleius erzahlt im zweiten Buche der "Metamorphosen," 21—3° von einem jungen Ehemanne, den die eigene Gattin vergiftet hatte. Der Oheim des Ermordeten bejammert den Tod seines Neffen.und ruft die Bürger zur Rache auf, die Frau dagegen verwehrt sich mit den feierlichsten Eiden, solch eines Verbrechens: "So sei",3) ruft der Greis aus, 28, "die Entscheidung über die Wahrheit der göttlichen Vorsehung anheimgestellt! Hier ist Zatchlas der Agypter, einer der ersten Propheten, der schon seit langem sich für einen hohen Preis bereit erklart hat, den Geist des Verstorbenen für eine kurze Weile aus der Unterwelt zurückzubringen und diesen Körper nach dem Tode aufs Neue zu beleben." Und mit diesem Worte führt er einen Jüngling herbei, mit Leinen bekleidet, mit Palmenschuhen angetan und das Haupt glatt geschoren. Er küsste ihm lange die Hande, umfasste selbst seine Kniee und sprach zuihm: "Erbarme dich,

1) Herausgegeben von C. Wessely, s. oben, III S. 39 Anm. 1).

2) Man nannte dies "Autopsie" (Selbstschau), vgl. zur Stelle 162, 221 und ferner 93®i 95® u* 95^* Auch sonst kommt diese Benennung oft vor, wie wir spater noch sehen werden.

3) Vgl. über diese Stelle Budge, Eg. Mag.J S. 11 flgg.

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