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fen. Als Tatsache wird uns berichtet, ein agyptischer Priester habe den Damon Plotins, des grössten Neuplatonikers, erscheinen lassen. Man weiss ja, dass die Neuplatoniker auch an Damonen im Sinne von Genien oder Schutzgeistern glaubten und mehrere Gattungen derselben annahmen. "Wirklich namlich hatte Plotin", wie sein Schüler Porphyrios im Leben Plotins, 10, versichert, "schon von Geburt an etwas vor den übrigen Menschen voraus. Ein agyptischer Priester, der nach Rom kam und durch einen Freund dem Plotin bekannt wurde, wollte seine eigene Weisheit zeigen und bat daher den Plotin mit ihm zu kommen um den eigenen Damon, wie man ihn nennt, erscheinen zu sehen. Da dieser gern einwilligte, ging die Beschwörung im.Isistempel vor sich, denn diesen Ort allein habe der Aegypter in Rom als einen reinen befunden.Als nun der Damon zum Erscheinen2) gerufen wurde, sei ein Gott erschienen, der nicht zum Damonengeschlechte gehorte. Deshalb habe der Aegypter ausgerufen: "Gliickselig bist du, dass du einen Gott zum Genius hast und keinen aus niedrigem Geschlechte." Sie hatten ihn aber nichts fragen und auch nicht weiter sehen können, weil der mit zuschauende Freund die Vogel, welche er des Schutzes halber in der Hand hielt, erstickte, sei es aus Neid oder auch vor Schreck. Weil demnach

1) Das in diesem Satze befindliche vielumstriltene tpyiriv der Codices A. B., was übrigens auf Plotin bezogen werden könnte, vgl. Creuzer z. St. in Plot. Opera omnia I (1835) S. CIV, von Nauck aber in geandert wurde, ist am bestan ganz zu streichen. Die Lesart Qifreci des Codex C, an welche H. F. Müller sich halt, wenn er in Die Ennead. d. Plot. 1(1878) S. II die Stelle folgendermassen iibersetzt: "denn diesen Ort allein, soll der Aegyptier behauptet haben, hatte er in Rom als einen reinen befunden", stimmt mit der indirekten Rede, in welcher die ganze Erzahlung ferner verlauft, nicht über'ein. Freilich hat H. F. Müller, im Widerspruch mit dem Texte, das Weitere in direkter Rede übersetzt.

2) Wörtlich "zur Autopsie."

3) Gr. f 'év£KZ. Tennemann, Gesch. d. Philosophie VI. S. 38 hat hier das Richtige erkannt.

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