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Herabkommen der Götter in die Bilder geleugnet') und auch in der Schrift des Porphyrios "Über die Götterbilder" wird es sich wohl nur um eine symbolische Deutung gehandelt haben.2) Aber Iamblichos, der gleichfalls ein Werk hierüber verfasst hat, wusste die grössten Wunderwirkungen von jenen Bildern zu erzahlen3) und auch Proklos glaubte, wie wir gesehen haben,4) an ihre Beseelung vermittelst magischer Weihen. Ist in diesen und ahnlichen Fallen wirklich Betrug und in wiefern anzunehmen? So peinlich uns diese Frage beriihrt, wo es Manner von umfassender Gelehrsamkeit und ideellen Bestrebungen gilt, so gebieterisch drangt sie sich auf.5)

Gewiss werden manche Neuplatoniker bei ihren engen Beziehungen zu den Götterkulten auch um jenen Priester-

1) Ennead. IV. 3, 11 vgl. Zeiler, Die Phil. d. Gr. 3. T. 2. Abt.4 S.681 flg.

2) Vgl. Zeiler, Die Phil. d. Gr. 3. T. 2. Abt.4 S. 731.

3) Zeiler, Die Phil. d. Gr. 3. T. 2. Abt.4 S. 755.

4) S. 108 flg. Lobeck hat in Aglaophamus I S. 108 Anm. w) ausser jenen zwei Stellen noch Über die Theol. d. Platon. I, 28 S. 70 angeführt, Zeiler D. Ph. d. Gr. 3. T. 2. Abt.4 S. 884 Anm. 6) noch auf den Komment. z. ersten Buche des Euclides S. 138 Ed. Friedlein verwiesen. Hinzuzufügen ist u. W. noch Zu Timaios S. 101 A.

5) Lehmann, der überhaupt die Neuplatoniker in "Aberglaube und Zauberei" S. 60 flg. höchst stiefvaterlich und ungenau behandelt, übergeht Proklos ganzlich mit Stillschweigen und nennt S. 61 die 416 ermordete Hypatia "die letzte hervorragende Gestalt in der griechischen Philosophie." Eine Geschichte des "Aberglaubens" aber, welche den unleugbar grössten Systematiker des "Aberglaubens" nicht kennt, ist schon dadurch gerichtet. Auch sonst ist Lehmanns nicht auf gründlichen Quellenstudien beruhendes Buch aus historischen Gesichtspunkten 'verwerflich. So erregt z. B. seine von grosser Unkenntnis des Tatbestandes zeugende Darstellung der Hexenprozesse den Schein als ob diese in protestantischen Landern weniger gewütet hatten, S. 102. Lehmanns 556 Seiten umfassendes Werk ist eben, trotz des alles versprechenden Titels: "Aberglaube und Zauberei von den altesten Zeiten an bis in die Gegenwart," hauptsachlich (von S. 211 an) eine Bekampfung insbesondere des modernen Spiritismus und musste dadurch von vornherein etwas zwitterhaftes bekommen. Übrigens ist auch seine Bekampfung des Spiritismus, wie wir schon gesehen haben und noch spaterhin sehen werden, unzureichend.

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