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es weiter, "sah ich dort die Gestalt mit welcher jeder Daraon bekleidet sich auf die Welt stürzt. Dreihundert fïinf und sechzig Urbilder von Leidenschaften sah ich dort, der eiteln Ruhmsucht, der eiteln Tugend, der eiteln Weisheit und der eiteln Gerechtigkeit, womit sie die Philosophen der Hellenen irreführen. Denn völlig sind sie ausgerüstet, aber Substanz haben sie nicht; teils wie ein Staubwirbel, teils wie ein Schatten zerrinnen sie rasch. Denn in jenen dreihundert fïinf und sechzig Leidenschaften schicken die Damonen sich an, zur Irrefiihrung zu wirken." Also war es das Endziel der agyptischen Weisheit, die Gattungen der Damonen kennen zu lernen und anzuschauen. Und was Cyprian hier erzahlt, erhalt Bestatigung durch die in Agypten gefundenen Zauberpapyri aus dieser und der spateren Zeit. Im Zauberpapyrus V col. 4a 32 (in der schon S. 95 Anm. 1) erwahnten Ausgabe von Dieterich S. 801) ist die Rede von den 365 Namen des grossen Gottes, wobei der erste Herausgeber, Leemans, z. St. bemerkt, S. 56: "Vielleicht die Namen der Götter,1) welche in Pap. W. p. 3. v. 13 und p. 15 v. 8 (Abraxas S. 179, 12) erwahnt werden und nach der Lehre des Basilides die niedere Gattung der göttlichen Krafte ausmachten, vgl. Matter, Hist. du Gnost. II S. 46." Basilides aber, neben Valentinian der berühmteste Gnostiker, hatte in Agypten gewohnt und vieles der Agyptischen Religion entlehnt;2) sehr bemerkenswert ist es auch, dass er seinem Sohne den Namen Isidoros (Geschenk der Isis) gab. Dem christlichen Schriftsteller aber sind jene Götter böse Geister, man möchte sagen personifizierte Wirkungen aller nur erdenklichen Laster und Leidenschaften.

1) In der sg. Pistis Sophia ist Cap. 136 von 365 über 1800 andere gestellten Archonten (Herrschern) die Rede, vgl. Koptisch-Gnostische Schriften, übers. von C. Schmidt I (1905) S. 234.

2) A me li n eau, Essai s. 1. Gnost. égypt. S. 78, 139—152, vgl. auch S. 102—112.

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