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Auch jenes bekannte Werk "Über die Mysterien der Agypter,"1) das dem Philosophen Iamblichos zugeschrieben wird, giebt uns mancherlei Aufschlüsse. Indessen erwarte man nicht, in diesem Werke, dessen wahrer Titel lautet: "Antwort des Lehrers Abammon auf den Brief des Porphyrios an Anebo und Lösungen der darin enthaltenen Schwierigkeiten", eine völlige Auseinandersetzung der agyptischen Geheimnisse zu finden. Denn Porphyrios hatte in jenem Schreiben2) nicht nur über die agyptische Religion, sondern über Zweck und Wesen der Theurgie (höheren Magie) überhaupt manche zum Teil sehr verfangliche3) Fragen gestellt. Abammon aber, — unter welchem Namen sich wohl irgend ein neuplatonischer Philosoph, doch gewiss nicht Iamblichos selbst verbirgt4) — berichtet, indem er die aufgeworfenen Schwierigkeiten zu heben versucht, auch von dem agyptischen Götterdienste manches Interessante und Glaubwürdige.5) So wenn er im (von uns schon S. 84 Anm. 7 erwahnten) siebenten Abschnitt, wo von der symbolischen Theologie der Agypter die Rede ist, den "Autop-

1) Diesen Titel haben Marsilius Ficinus und N. Scutellius ihren lateinischen Übersetzungen der Schrift gegeben.

2) Th. Gale hat dieses Schreiben (hauptsachlich aus der "Antwort des Lehrers Abammon" selbst) wiederherzustellen versucht in seiner Ausgabe "Iamblichus, De myst. Aeg." mit vortrefflicher lateinischer Übersetzung (1678) neu ediert von Parthey (1857). Die Abfassungszeit ist schwierig zu bestimmen, vgl. Zeiler, Die Phil. d. Gr. 3. T. 2. Abt.4 S. 723 Anm. 3). Vielleicht ist aus der Bemerkung des Biographen Eunapios, Leb. d. Soph. Ed. Boissonade2 S. 457: "Er (Porphyrios) scheint ein hohes Alter erreicht zu haben; jedenfalls hat er viele mit seinen friiher verfassten Büchern im Widerspruch stehenden Theorieen hinterlassen, in betreff welcher nichts anders zu mutmassen ist, als dass er mit zunehmendem Alter andere Meinungen gehegt hat," zu schliessen, dass der Brief an Anebo ein Erzeugnis aus den letzten Jahren des alles kritisierenden Wahrheitsuchers gewesen ist.

3) Bemerkenswert ist auch hier, dass Porphyrios, trotz aller Skepsis, die Realitat der bezüglichen Tatsachen nicht in Abrede stellt.

4) Vgl. Zeiler, Die Phil. d. Gr. 3. T. 2. Abt.4 S. 774.

5) Vgl. Gruppe, Die griech. Culte u. Mythen in ihren Beziehungen zu den oriental. Religionen I S. 444.

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