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es die Priesterinnen ihn zu besanftigen und seinen Drang zu hemmen. Als er aber heftig und unerbittlich beharrte, teilten sie ihm das Geheimnisvolle und was besser ungesehen blieb, nicht mit; aber die Anfangszeremonien und wodurch weder den Schauenden noch den Zeigenden etwas Schreckliches begegnen konnte, Hessen sie ihn sehen." Dass man auch die verborgenen Namen der Götter streng geheim hielt und der Zorn des athenischen Volkes nie grösser war, als wenn es die Mysterien verhöhnt oder ausgeplaudert glaubte, ist eine bekannte Tatsache. Als der "Atheïst" Theodoros sich dem Hierophanten gegenüber einen übrigens mehr lappischen als böswilligen Scherz auf die Einweihung erlaubte, klagte ihn dieser wegen Lasterung an und nur die Zwischenkunft des machtigen Demetrios Phalereus rettete den unbesonnenen Kyrenaïker.') Und als zwei akarnanische Jünglinge, nur aus verzeihlichem Irrtum, ungeweiht Zeugen der heimlichen Zeremonien geworden waren, mussten sie es mit dem Leben büssen.2)

Beziiglich den Zweck der ganzen Feier haben wir schon IV S. 75 flg. darauf hingewiesen, dass dieser ursprünglich wohl das Erhalten von reichlichem Ernte- und Kindersegen war, und dass zu diesem Behufe sowohl jene mimischen Darstellungen aus der Demetermythe gegeben als auch Zauberformeln ausgesprochen wurden. Da nun Zauberformeln ihren Erfolg wesentlich auch einer gewissen Modulation und Intonation bei der Aussprache verdanken, so wird es begreiflich, warum man vom Hierophanten eine wohlklingende Stimme verlangte und Auslander, (die Romer ausgenommen, welche indessen anfangs wohl mehr aus Anstand und nur teilweise die Feier mitmachten) ausschloss. Eine dieser Formeln war das schon II S. 23 zitierte "Hye" (Regne!) "Kye" (Sei fruchtbar!) dessen Tendenz ja durch-

1) Diogenes Laërtios, Leb. u. Lehr. d. beriihmt. Phil. II, 8, 101.

2) Livius, Röm. Gesch. XXXI, 14.

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