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zu lassen." Den orphischen Zauberliedern schrieb man die Kraft zu, leblose Gegenstande in Bewegung zu versetzen, Euripid. Kyklop. 646') und Verstorbene auferwecken zu können, Philostrat. Leb. d. Apollon. VIII, 7, 46. Orphische Amulette waren weithin im Umlauf,2) Orpheus selbst galt für einen grossen Zauberer, Pausan. Beschr. Gr. VI, 20, 18 und dass überhaupt die Orphiker der Magie ergeben waren, bezeugen hinlanglich die Überreste der sg. orphischen Bücher.3)

In den ursprünglich kleinasiatischen, aber schon seit der zweiten Halfte des fünften Jahrhunderts in Hellas mehr und mehr eindringenden Weihen der Korybanten,4) der Kybele und des Sabazioss) versetzten sich die Teilnehmer durch Musik von Floten,0) Kymbeln, Tamburins und gewisse Weisen in "Enthusiasmus," wobei sie oft in einen solchen Grad von Anasthesie gerieten, dass sie sich selbst, ohne wesentlichen Schaden, Verletzungen zubrachten. Vgl. u. a. Lukian, Göttergesprach. XII, 1: "Von den Korybanten schneidet sich der eine mit dem Schwerte in den Unterarm7) und der andere eilt mit fliegenden Haaren rasend über Berg und Tal." Ahnliches geschah auch im Kulte der mit Sabazios in Beziehung stehenden syrischen Göttin, Atargatis, wie ihn Apuleius so anschaulich geschildert hat,

1) Vgl. was zu diesem Verse G. R. S. Mead in Orpheus (1896) S. 51 flg. bemerkt hat.

2) Vgl. was über die Grabamulette oben, IV, S. 77 flgg. gesagt ist.

3) Vgl. Lobeck, Agl. I, B. II über die orphischen Schriften.

4) Vgl. hierüber Immisch, u. d. W. Kureten u. Korybanten in Rosch. Lex. Myth. II Sp. 1615—1618 f. f.

5) Eine Abart des Dionysos, vgl. Harrison, Proleg. S. 418—420.'

6) Vgl. Proklos, Zu Alkib. Ed. Creuzer, I, S. 198: "Zu den Mysterien und Weihen ist die Flöte sehr geeignet, denn man benutzt die von ihr ausgehende Erregung, um die Gedanken in Bezug auf das Göttliche zu erwekken," vgl. auch II, S. 66. Über die Flöte und die Musik überhaupt bei den oben erwahnten Weihen vgl. Abammon, Üb. die Myst. III, 9.

7) Vgl. auch Lukrét. II, 618—638, Statius, Theb. X, 170—172, und über die Anaesthesie der Ekstatiker überhaupt Abammon, Üb. die Myst. III, 4.

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