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deren Form und Gestalt ein geheimnisvolles Schweigen beobachtet wurde. Dies war die sg. Arkandisziplin, ') deren Entstehungszeit schwierig zu bestimmen ist,2) die aber im 4. und 5. Jahrhundert ihre volle Ausbildung erhielt, um im 6. Jahrhundert nach dem definitiven Siege des Christentums zu verschwinden, obgleich (wie schon in I S. 3 flg. u. II S. 29 flgg. bemerkt), die römische und wohl mehr noch die griechische Liturgie das Mysteriengeprage behielt. Was die Taufe betrifft, so wurde sie in den ersten Zeiten an Erwachsenen, nachdem diese sich durch Fasten und geschlechtliche Abstinenz vorbereitet hatten,3) vollzogen. Bei dem Taufexorzismus wurden dem Kandidaten die Oberkleider und Schuhe ausgezogen; er musste blossen Hauptes,4) bisweilen auch verhüllten Antlitzes5) sein und die Frauen das Haar lösen.G) Die Feier selbst war eine nachtliche.7) Vor und nach der Taufe fand eine Ölung statt,8) und der Neugetaufte wurde mit einem weissen Linnengewande bekleidet. °) Die Taufe galt für sündenreinigend 10) und unsterblichmachend,") und diese magischen Vorstellungen tiber ihre Wirkung mussten zur Folge haben, dass die Kindertaufe

1) Die Litteratur hierüber am vollstandigsten bei H. Gravel, Die Arcandisciplin (1902) S. 7—28.

2) Nach F. X. Funk, aDas Alter der Arkandisciplin" in Theol. Quart. 85 (1903) S. 69—90 reichen die Anfange doch wenigstens bis an das Ende des 2. Jahrhunderts zurück.

3) Vgl* Heuser u. d. W. Fastenzeiten in Wet. u. Welt. Kirchenl.2 IV Sp. 1260, und Anrich, Das ant. Myst. S. 218.

4) Anrich, Das ant. Myst. S. 200 flg.

5) Anrich, Das ant. Myst. S. 202 flg.

6) Anrich, Das ant. Myst. S. 202.

7) Anrich, Das ant. Myst. S. 218 flg.

8) Anrich, Das ant. Myst. S. 206—210. Vgl. auch Probstu.d.W. Exorcismus in Wet. u. Welt. Kirchenl.2 IV Sp. 1145*

9) Anrich, Das ant. Myst. S. 211 flg. Vgl. auch G. Esser u. d. W. Taufe in Wet. u. Welt. Kirchenl.2 XI Sp. 1275 flg.

10) Anrich, Das ant. Myst. S. 188—191.

11) Anrich, Das ant. Myst. S. 179—181.

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