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Was die Medizin-Weihen speziell betrifift, so finden sie gelegentlich statt, wenn ein Hauptling oder ein Glied seiner Familie erkrankt ist.') Oft glaubt nl. solch ein Kranker im Traume ein damonisches Wesen zu sehen, das Genesung verspricht, falls gewisse von ihm gebotene Zeremonien vollzogen werden. Der Hauptvollzieher ist alsdann der Arzt und der Patiënt wird in die Geheimnisse eingeführt. Sowohl der Kranke als die Teilnehmer an der Weihe müssen eine eigentümliche Kleidung anziehen;2) der Arzt aber ist nackt und den Körper über mit roten Streifen bemalt. *) Der Patiënt wird auf die Erde niedergesetzt und von den Anwesenden unter Gesang und Klappergerassel umtanzt.4) Über die verborgenen Zeremonien sind wir nicht unterrichtet, aber aus dem verstörten Aussehen der Kranken nachher ist zu schliessen, dass sie schweren Prüfungen unterworfen werden.5)

Zieht man alles in Überwegung, so ist oft die Identitat zwischen Magie und Mysterien rücksichtlich des Zeremoniells und des Zwecks derart, dass ein Unterschied nur in sofern obwaltet, als diese von einzelnen, jene von mehreren vollzogen werden. Bei grosseren Vólkern und feinerer Bildung (was oft nur zunehmende Verausserlichung des Lebens besagt) tritt der magische Charakter zwar mehr und mehr zurück, er kann verwischt, ja verleugnet werden; wenn man aber dem Ursprung der Geheimzeremonien und Geheimkulte nachforscht, so lasst sich schliesslich die Tatsache nicht leugnen, dass die Mysterien im Grunde genommen nichts als offizielle Magie sind.

1) J. G. Swan, The Ind. o. Cape Flattery, S. 73.

2) J. G. Swan, The Ind. o. Cape Flattery, S. 73.

3) J. G. Swan, The Ind. o. Cape Flattery, S 74.

4) J. G. Swan, The Ind. o. Cape Flattery, S. 74.

5) J. G. Swan, The Ind. o. Cape Flattery S. 73.

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