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er von "Poimandres"') über den Ursprung der Dinge unterrichtet worden sei. Im Anfange nl. heisst es: " Als ich gerade eine Betrachtung über das Seiende angestellt und mein Gedanke sich in sehr hohe Regionen erhoben hatte, und meine körperlichen Sinne befangen waren, wie bei denjenigen, welche sich im Schlafe befinden, beschwert durch Übersattigung an Speise oder Leibesermüdung, schien es mir alsob jemand von übermassiger Grosse meinen Namen rief und mir sagte u. s. w." Warum sollte diese Schrift, deren Autor jene aus agyptischen und griechischen Zeremonien gemischte "alexandrinische" Religion natürlich sehr gut kannte, nicht nach dem Vorbilde einer Einzelweihe im Isiskulte abgefasst sein? Doch wir können über die in Rede stehende Apuleiusstelle in noch mehr einleuchtender Weise unterrichtet werden. Das Gerücht nl. schrieb dem Gotte Horos selbst Bücher über ekstatische Visionen zu.2) Wir lesen bei dem Rhetoren Dio Chrysostomos, Red. XI S. 205 Ed. Dind. "Denn in den von Horos3) verfassten Traumen sehen die Menschen derartige Gesichte, wobei sie wiihnen, bald umzukommen und beraubt zu werden, bald wieder aufzustehen u. s. w.", was uns unwillkürlich an die Worte "Ich ging bis zur Grenze des Todes" erinnert. Fasst man nun alles im Vorherigen Gesagte zusammen, so wird es unleugbar viel begreiflicher, weshalb die Einweihung selbst nach den Worten des Apuleius, XI, 21 (vgl. III, S. 48) einem freiwilligen Tode und einer Wiedergeburt aus Gnaden gleichgestellt wurde und weshalb Apuleius sich noch tagelang nach der Einweihung in einer so tiefen Gemütserre-

1) Kritische Ausgabe von Reitzenstein, in Poimandres S. 328—338.

2) Susemihl, Gesch. d. gr. Litt. i. d. Alexandrinerzeit I (1891) S. 876 hat hierbei mit Recht auf Lukian, Hahn, 18 verwiesen, woselbst "die Bücher des Horos und der Isis11 erwahnt werden.

3) v. Arniin liest in seiner Ausgabe des Dio, I S. 148 an dieser Stelle

statt, nach Scaligers Aufifassung "Slpu, Vpa, doch erklare ich dieser Lesart

keinen verstandlichen Sinn abgewinnen zu können.

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