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welcher die Gnadengaben (Charismata) der Offenbarungen zu Teil geworden sind, welche sie in der Kirche wahrend des feierlichen Gottesdienstes am Sonntage durch die Ekstase') im Geiste empfangt; sie unterhalt sich mit den Engeln, ja mit dem Herrn selbst, und sieht und hört Geheimnisse (Sacramenta)2) und durchschaut die Herzen mancher Personen und giebt denen, welche es verlangen, Heilmittel an." Dass all dieses in Ausdruck und Anschauung lebhaft an das Mysterienwesen und die hermetische Litteratur erinnert, braucht kaum erwahnt zu werden.

Überhaupt stehen, wie wir es schon VI angedeutet, Geheimlehren und Geheimbünde mit ekstatischen Zustanden in engem Zusammenhange.

So versicherte von den Kabbalisten z. B. Abraham Samuel Abulafia, der Mensch müsse, um göttliche Offenbarungen zu empfangen, den vierbuchstabigen Gottesnamen mit gewissen Modulationen der Stimme und unter anstrengenden Bewegungen des Körpers aussprechen. Er gerate dabei in Ekstase und versinke darauf erschöpft in einen Schlaf, wobei ihn das Gefühl überkomme, als wenn sich die Seele vom Leibe trenne. Dann vereinige sich der Allgeist mit der zu ihm sich aufschwingenden Seele und erschlössen sich dem Menschen alle Geheimnisse.3)

Den Derwischen ist die Ekstase das Hauptziel ihrer Bestrebungen und bei den zu diesem Zwecke veranstalteten tanzartigen Bewegungen, die wir schon VI S. 186 erwahnt haben, steigern sie ihre Anstrengungen oft dermassen, dass

1) Tertullians Schrift "Über die Ekstase" ist leider verloren gegangen.

2) uIm frühesten kirchlichen Gebrauch ist das Wort sacramentum genau die Übersetzung des griechischen izva-ryptov (Mysterion) und kommt in allen den verschiedenen Sinnabstufungen des letztern vor: alles, was Geheimnis, religiöses, heiliges Geheimniss genannt werden kann, darf nach diesem altesten Gebrauch sacramentum genannt werden," A. Lehmkuhl S. J. u. d. W. Sacramente in Wet. u. Welt. Kirchenl.a X Sp. 1481.

3) A. Wiinsche, u. d. W. Kabbala in Herzog Realenc.3 IX S. 682.

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