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Bewegungen erzeugte Anasthesie schlechthin als eine hypnotische zu bezeichnen ist, halt Preyer, der sie übrigens selbst bei Derwischen (s. oben VI S. 186) in Agypten und tunesischen Sektirern sah, für zweifelhaft. Er behauptet, sie sei jedenfalls atiologisch von ihr ganzlich verschieden, wenn er auch eine Verwandtschaft zwischen den beiderseitigen Erscheinungen zugiebt'). Philo's schon VI S. 167 herangezogene Bemerkung: "Die an bakchischen und korybantischen Handlungen Beteiligten steigern sich in Ekstase, bis sie das Verlangte sehen" und was wir ferner daselbst zusammengebracht haben, deutet auf Suggestionsphanomene. Von einer hochgradigen seelischen Erregung zeugt auch das z. St. u. S. 164 erwahnte Wahrsagen; dies ist gleichfalls etwas im Somnambulismus oft Eintretendes. Bei alledem scheint es jedoch, dass, wie schon S. 204 bemerkt, die bakchische Ekstase mehr eine hauptsachlich durch aussere Hilfsmittel erregte religiöse Begeisterung war, die sich oft in unbandigster Weise ausserte, wahrend bei den agyptischen Weihen eine systematische und insbesondere auf das Traumleben Bezug nehmende Vorbereitung stattfand und die Handlungen selbst in feierlicher Stille vollzogen wurden, sodass also das sonst nur gelegentlich hervortretende visionare Element Ziel und Zweck der Vorbereitungen gewesen sein wird.

Es dürfte hier am Orte sein, die Frage zu streifen, ob und inwiefern dem Wahrsagen im ekstatischen bzw. traumhaften Zustande Realitat beizumessen ist.

Gewöhnlich wird diese Kontroverse so geführt, dass man einerseits, aus Hang zum Wunderbaren, kritiklos allerlei Erzahlungen von erfüllten Vorhersagungen als Be weise beibringt, andererseits aus Abneigung gegen Alles über den gewöhnlichen Zusammenhang der Dinge Hinausgehende die

1) W. Preyer u. d. W. Hypnotismus S. 62 flg.

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