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Indianern zwei Personen gleichzeitig traumen, es befinde sich eins ihrer Kinder oder ein Freund in einem schlechten Gesundheitszustande oder es bestehe etwas, was ihn verhindere, weiter zu leben1), dieses für ein Zeichen gilt, er sei für den Orden der Midë ausersehen2).

Über die Frage, ob es möglich sei, ohne Vermittlung der uns bekannten Sinne Eindrücke von einer Psyche auf eine andere zu übertragen (Fernwirken) ist Ahnliches zu bemerken, wie über das Vorherwissen der Zukunft ohne Vermittlung logischer Schlussfolgerungen. Wiederum begegnen wir kritikloser Leichtglaubigkeit und unüberlegtem Apriorismus, aber auch tiefsinnigen Theorien und scharfsinnigen Untersuchungen. Plotin führt Ennead. IV, 9, 3 aus, dass "wenn Zauberlieder und überhaupt magische Künste (uns) zusammenführen und aus der Ferne gleichgestimmt machen" dieses "unter allen Umstanden durch die eine (Welt) seele" geschehe. Auch He gel setzt bei seiner Erklarung des "Schauenden Wissens" die Lehre von der Seele welche "das Allesdurchdringende, nicht bloss in einem besonderen Individuum Existierende" sei3), voraus. Schopenhauer behauptet, es werde bei der Fernwirkung die "individuelle Isolation des Willens aufgehoben"4). In den letzten Jahrzehnten hat man sowohl durch sinnreich angestellte Experimente als durch scharfe Kontrolle der diesbezüglichen spontanen Tatsachen die Realitat des Fernwirkens wissenschaftlich festzustellen versucht. Und F. W. H. Myers, welcher für diese Erscheinungen die jetzt freilich meistens in einem weit allgemeineren Sinne aufgefasste Bezeichnung "Telepathie" einführte, baut in seinem schon oben erwahn-

1) Vgl. hiermit Apul. Met. XI, 21 (oben, III, S. 48).

2) Bart els, Med. d. Nat. S.

3) Encyclopadie d. philosophischen Wissenschaften § 406 Zusatz, 1. VII 2. Abt. S. 175.

4) Über d. Geistersehen S. 282.

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