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lichen "Kommunikationen von Verstorbenen" können, insofern sie auf dieses Leben bezügliche Détails enthalten, wenigstens teilweise als richtig oder unrichtig erwiesen werden; die Schilderungen jedoch einer den uns bekannten Sinnen nicht wahrnehmbaren Welt Hessen sich eventuell nur durch Vergleichung verschiedener Mitteilungen und Gesichte von einander unabhangiger Medien und Visionare, also nur in indirekter und höchst unvollkommener Weise kontrollieren. Und dass jedenfalls durch Visionen — denn die mediumistischen Mitteilungen können wir hier auf sich beruhen lassen — noch keine nennenswerten Belehrungen über die Zustande im Jenseits erhalten sind, wollen wir im folgenden kürzlich an den berühmtesten und einflussreichsten Visionaren der letzten Jahrhunderte zeigen.

Swedenborg, der sich durch eine höchst sonderbare Vision vom Herrn selbst zu einem Verkündiger himmlischer Wahrheiten berufen glaubte'), hat "aus Gehörtem und Geschautem" die Geheimnisse des Himmels und der Holle2) in übrigens mehr weitschweifiger als phantastischer Weise geschildert. Und es wurde auch manches Wunderbare von ihm erzahlt, worauf sich noch jetzt die Überzeugung Vieler gründet, dass er wirklich mit der Geisterwelt in Berührung gewesen sei. So soll er, um uns auf die drei bekanntesten Geschichten zu beschranken3), in Gothenburg den Brand des Südermalm zu Stockholm gesehen, mit einem gewissen Marteville nach dessen Tode sich unterhalten und der

1) Vgl. vorziiglich J. J. G. Wilkinson, E. Swedenborg^ (1886) S. 75— 77 u. W. Kohier u. d. W. Swedenborg in Herzog, Real.-Enc.' XIX S. 184.

2) Vgl. insbesondere De coelo et eius mirabilibus et de inferno ex auditis et visis (1758), ins deutsche übersetzt von J. F. I. Tafel, 4. Aufl. 1894.

3) Vgl. Kant, Traume eines Geistersehers, 2. Teil I. Hauptstück, in Kants ges. Schriften, herausg. kön. pr. Akad. Wiss. II (1905) S. 354—356 u. den Brief an Frl. v. Knoblauch in Bd. X (1900), Briefwechsel I, S. 40— 45, und R. L. Taf e 1, Documents conc. t. life a. character o. E. Swedenborg II (1890) S. 613—692.

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