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allerlei chemische Praparate, zumal durch eine sehr künstliche Verwendung des übrigens auch den Alten nicht unbekannten Asbest bzw. Amiant'), bis zu einem gewissen Grade gegen die verzehrenden Wirkungen des Feuers zu schützen.

Indessen giebt es manche Falie von Feuerfestigkeit, bei denen eine Erklarung durch Kunstgriffe und Kunstmittel nicht hinreichend scheint. Wir wollen hiervon, um die Sache so gründlich wie möglich zu behandeln, einige der bestbeglaubigten aus den letzten Jahren hervorheben.

In seinen überhaupt sehr beachtenswerten Mitteilungen über "Zauberei und Wahrsagekunst in China"2) schildert der Missionar G. Ziegler das beim Ta-tsyau-Feste zur Nachtzeit stattfindende Feuerlaufen der Buddhistenpriester folgendermassen 3):

"Auf der hierzu bestimmten Stelle werden etwa 700, je nach Umstanden sogar 2—3000 Stück Holzkohlen zu einer Schicht ausgebreitet und in Glut gebracht. Diese wird durch Streuen von Salz etwas gemildert, was aber auch nicht überall gebrauchlich ist. Immerhin ist die Glut, die sonst Mannshöhe erreicht, noch etwa einen Fuss hoch. Allerdings befinden sich auch Backsteine dazwischen, auf denen die Priester laufen, aber diese sind, wie anzunehmen ist, ebenfalls im höchsten Grade erhitzt. Der Buddhistenpriester, der den Zeremonienmeister macht — nicht alle verstehen es — setzt nun vor den Augen der Zuschauer eine Ente und ein Huhn in die Glut, ohne dass deren Federn versengt werden. Er selbst nimmt eine kleine glühende Pfanne zwischen die Zahne, halt in der einen Hand ein Messer und balanciert auf der andern flachen Hand einen erhitzten Backstein.

1) Vgl. Nies u. d. W. Amiantus in Pauly, Real-Enc.2 I Sp. 1830.

2) Aus "Evang. Miss.-Mag." N. F. XLII (1898) S. 17—29.

3) S. 26 flg.

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