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Eros (Liebe) und jene in der Nahe hat den Namen Anteros (Gegenliebe)". Er aber berührte sogleich das Wasser (denn .er sass gerade auf dem Rande, worüber hin der Strom sich ergoss), fügte einen kurzen Spruch hinzu und rief von dem Boden der Quelle einen Knaben hervor. Der Knabe war von weisser Hautfarbe und von ziemlicher_ Grosse; seine goldahnlichen Haare umglanzten ihm Rücken und Brust und überhaupt glich er einem, der sich badete oder gebadet hatte. Staunen ergriff die Freunde, er aber sprach: "Lasst uns zur Quelle nebenan gehen", und er ging ihnen voran, in Sinnen vertieft. Nachdem er auch dort dieselbe Handlung vollzogen, rief er den anderen Eros hervor, dem vorigen in allem ahnlich, nur dass ihm die Haare dunkier und mit Hellblond vermischt niederflossen. Beide Knaben umschlangen ihn und schmiegten sich an ihn, alsob er ihr leiblicher Vater ware. Er aber gab sie ihren eigenen Wohnsitzen zurück und ging, nachdem er sich gebadet hatte, hinaus, indes die Freunde von Ehrfurcht erfüllt waren".') Eunapios versichert, hierbei Gewahrsmannern zu folgen "welche anderen Dingen keinen GJauben schenkten, sich jedoch der Wahrnehmung des Geschauten beugen mussten". Man könnte in dieser Begebenheit, wie in der vorhergehenden, eine "Materialisation" sehen*), obgleich, wie sich spater zeigen wird, vorlaufig eine gewisse andere Erklarung ansprechender sein dürfte. Wenn Abammon gelegentlich, III, 6, s. oben XI, S. 316, behauptet, die feurige Erscheinung des Gottes, der von dem in Ekstase Geratenen Besitz ergreift, werde bisweilen allen Anwesenden sichtbar, so stimmt dieses mit den die "Materialisationen" begleitenden Lichterschei-

1) Noch immer scheint es die Mode zu sein, den zwar lassigen, aber durchaus nicht lügenhaftigen Eunapios auch als Stilisten herabzusetzen; obige Begebenheit aber ist, nach dem Urteile eines der grössten Dichter, G. N. Byron, Manfred, Anm. zu 2. Akt. 2. Sc. "gut erzahlt".

2) K. Kiesewetter, D. Okkult. d. Alt. II, S. 800.

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