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3. Bildentivurf

Natürlich steht es frei, den Schauspieler als Subjekt von der Figur, die er spielt, als Objekt zu unterscheiden, falls man sich bei dieser Unterscheidung nur der Tatsache bewusst bleibt, dass dieses Objekt ein Subjekt sein soll, mit dem er sich wahrend des Spiels identifiziert. Dieser Identifikation geht beim künstlerischen Darsteller ein besonderer Bildentwurf voraus, dem er in seiner Verkörperung sich angleicht. Sein Spiel beruht auf der hierfür geforderten Abspaltung eines Selbst, das er in der Rolle zu sein hat, einer Abspaltung, die ihm, wie die soeben kurz angedeuteten Stilformen beweisen, auf sehr verschiedene Weise möglich ist. Wie kommt es, dass dieser künstliche Vorgang, dessen Schwierigkeiten der Textwiedergabe, des Sprechens, der guten Koordination zwischen Sprechen und Bewegung, vom Bildentwurf noch ganz zu schweigen, bekannt sind, zu einem Ergebnis führen kann, das — einerlei ob man seine Natürlichkeit, Echtheit, Grosse, Eindringlichkeit oder Schönheit rühmt — die Illusion einer Mensehlichkeit uns vor Augen stellt? Anders gefragt: ware es dem Menschen möglich, in einer ihm vorgespielten Figur „sich", eine Seite, eine Möglichkeit von sich, einen Menschen im Lichte einer Idee wiederzuerkennen, ware es ihm möglich, die Figur auf die Beine zu stellen, wenn er nicht von Natur bereits „etwas vom" Schauspieler in sich hatte? Muss er nicht auch in dieser Hinsicht das schon sein, zu dem er sich macht? Enthüllt der Schauspieler nicht, wenn sein Darstellungsbereich der Möglichkeit nach unbegrenzt ist, jedenfalls in einer besondern Hinsicht die menschliche Konfiguration?

Hier wird ein Mensch durch eine Figur zum Leben erweckt, nicht mit einer blossen Figur an ihn erinnert. Darin liegt gerade der Reiz des Schattenspiels, des Puppen- und Marionettentheaters, des Zeichenfilms nicht zu vegessen, dass es blosse Figuren als Stellvertreter von Menschen zeigt, Reprasentanten von allem, was auf, über und unter der Erde ist. Die Reprasentation, erschwert durch den Abstand der Figur zu dem, was sie vorstellt, und insofern wieder erleichert, als die Augenscheinlichkeit des wirklichen Menschen wegfallt, spielt hier über einen besonders grossen Abstand hinweg zugleich mit dem

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