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Durch die jahrelange persönliche Herrschaft waren nicht nur die Antirevolutionare, sondern ganz allgemein die „kleinen Leute" an die ganz besondere Führung Kuypers gewöhnL Er war für sie der Führer in allem, nicht nur in der Politik, sondern auch in der Religion und im ganzen Geistesleben. Nicht mit Unrecht verglich man in Holland haufig seine Stellung mit der eines Richters im alten Israël vor der Zeit der Könige: Gesetzeswachter, Richter, Priester und Prophet. Der Krieg hat auch in den Niederlanden vieles anders werden lassen. So ist auch die Antirevolutionare Partei, die er vom Jahre 1878 an geführt hat, in eine neue Entwicklung getreten. Es lag etwas Trauriges darin, als im April dieses Jahres der zweiundachtzigjahrige Kuyper als Führer seiner Partei — in der Tat seiner Partei — zurücktrat, und Colijn an seine Stelle trat. Sang- und klanglos war das geschehen. Kuyper war zu alt geworden.

Eine Darstellung des Lebens Kuypers müszte zugleich ein Abrisz der niederlandischen Geschichte dieser Jahre sein. Das kann nicht unsre Aufgabe sein. Eines aber dürfen wir Deutsche nicht vergessen: Kuyper gehorte stets zu unsern Freunden, und dafür schulden wir ihm tiefen Dank. Mannhaft ist er, besonders wahrend des Krieges, in seinem Blatte Standaard für Deutschland eingetreten. In dieser Zeit fessellos entflammter Leidenschaft, die auch in Holland die Gemüter überaus stark bewegte, hat er mit seiner besonnenen Stimme viel zu einer ruhigern Auffassung der Dinge beigetragen. Seine Leitartikel im Standaard, dem von ihm jahrzehntelang geleiteten Organ der Aniirevolutionaren Partei, zeichneten sich durch knappen, sachlichen Stil und volkstümlichen Ton aus. Er galt als das Ideal eines idealen, schlagfertigen und vornehmen Tagesschriftstellers. Er ist immer kraftig für die Presse eingetreten und hat als Prasident des niederlandischen Journalistenvereins im Jahre 1898 es durchgesetzt, dasz den Vertretern der Presse bei den Krönungsfeierlichkeiten in Amsterdam die gebührende Berücksichtigung zuteil geworden ist. Dasz Kuyper keineswegs, wie haufig bei Naturen seiner Art, ohne Hümor war, beweist die Tatsache, dasz er, der all die Jahre der eifrigste, wenn auch unfreiwillige Mitarbeiter an den politischen Witzblattern Hollands war, zu einer Gesamtausgabe der besten Karikaturen „Abrahams des Gewaltigen" ein geistreiches und launiges Vorwort schrieb. Einer der letzten groszen Staatsmanner jener „heroischen Periode" Hollands, wie man sie genannt hat, ist aus einem arbeitsreichen Leben geschieden.

„La libre Belgique" 13 Nov. 1920.

Le Dr. Abraham Kuyper est mort a 83 ans. La Chambre hollandaise a entendu, debout, par un mouvement de respectueux hommage auquel les communistes n'ont pas fait exception, 1'éloge funèbre que

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