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Vrouw en gemeenschap; maandblad van de Nederlandsche Vereeniging voor Vrouwenbelangen en Gelijk Staatsburgerschap, jrg 4, 1933-1934, no 2, 15-07-1933

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DIE FRAUEN IM HITLER-DEUTSCHLAND.

Van de hand van een der, ook internationaal, meest békende Duitsche feministen ontvingen wy onderstaanden brief met verzoek om, opname. Om den indruk niet te verzwakken geven wy hem onvertaald. Mochten er lezeressen zijn die vertaling wenschen, dan voldoen wy gaarne aan haar verzoek. Rep,

Gleichschaltung ist im Hitler-Deutschland das Lösungswort. Gleichschaltung erfolgte dem Anscheine nach auf allen Gebieten, nur nicht auf den wichtigsten, denen der Arbeit und Lebenshaltung. Arbeit, Erwerb, Betatigung haben sich im dritten Reich verschoben. Beamte, die sich gesinnungsgemass nicht gleichschalten Hessen, unzahlige Juden, nur weil sie Juden waren, unzahlige Frauen, nur weil sie Frauen waren, wurden durch mannliche „rassenreine" Nationalsozialisten ersetzt; am Endresultat hat das nichts geandert. Die einen führen nach wie vor im Hitler-Deutschland ein Wohlleben, die andern verhungern, schmachten in den Gefangnissen, Konzentrationslagern, flüchten ins Ausland und eine gewisse Mittelklasse kann eben leben, oder auch nicht. Das sind die Tatsachen, man lasse sich durch gleichgeschaltete Statistiken nicht irreführen. Von Woche zu Woche erwartete man das von Hitier seit Jahren angekündigte Wirtschaftsprogramm, welches, so wurde früher verkündet, in vier Wochen mit der Arbeitslosigkeit, Wucher und Profitgier aufgeraumt haben würde. Endlich, nach vier Monaten erschien das Wirtschaftsprogramm, dieses „grosszügige Programm", wie die Hitlerpresse es bezeichnet, enthalt auch nicht einen neuen Gedanken. Steuerreform wird angekündigt; etwas ganz Neues! Hausbesitzer erhalten Zuschüsse für Instandsetzungsarbeiten, das geschah bereits unter Brüning, Papen und Schleicher. Abgesehen von schon ewig projektierten gewesenen Strassen-, Brücken-, Tiefbauarbeiten, Siedlungen, Ausbau der Wasserkrafte zu elektrischer Krafterzeugung, ist von Arbeitsbeschaffung überhaupt keine Rede. Versorgung mit elektrischer Kraft steht im merkwürdigen Gegensatz mit der Behauptung, dass grundsatzlich nur menschliche Arbeitskrafte zu verwenden seien, Maschinen nur dort, wo sie unerlasslich nötig waren. Wozu dann Versorgung mit elektrischer Kraft? Fragt man sich nicht unwillkürlich, was soll man im Zeitalter der arbeitsparenden Erfindungen zu solchem Blödsinn sagen? Sonst handelt es sich in diesem Wirtschaftsprogramm lediglich um eine durchgreifende Arbeitsverschiebung, und zwar auf Kosten der Frauen und deren Selbstandigkeit. Die weiblichen Arbeitskrafte aus den Bureaux und den Fabriken sollen in die Hauswirtschaft überfiihrt werden. Wie will man das bewerkstelligen? Wer ein Dienstmadchen einstellt, wird in der Steuer begünstigt, der Arbeitslosenbeitrag für Dienstmadchen, der bisher vom Arbeitgeber zu entrichten war, fallt weg. Auf diese Weise, so wird behauptet, wird man 300.000 weibliche Arbeitskrafte aus Bureaux und Fabriken heraus in die Hauswirtschaft hineinbringen. Ob diese etwas von Hauswirtschaft verstehen oder nicht, ist den Mannern die heute im dritten Reich Verordnungen erlassen, völlig gleichgültig, wenn nur Futterkrippen für Hitiers Mannen frei werden.

Um weiter Frauenunselbstandigkeit und Menschenproduktion zu fördern, (Menschen sind zu wenig) werden Ehestandsdarlehen bis zu 1000 M. gewahrt; diese werden aber nur an neu zu schliessende Ehen gegeben, sofern die Frau mindestens 6 Monate in einem Arbeitsverhaltnis stand u. sich verpflichtet, kein neues einzugehen, solange der Mann ein Einkommen von 125 Mk. im Monat hat. Man mache sich klar, was 125 M. per Monat bedeutet, wenn zwei,