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De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, jrg 1, 1942, no 4, 1942

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ergreift und sich ihre organischen Gesetze zu eigen madhi, umso echter und freier wiid es in. dieser Ordnung dastehen. Es bleibt dabei: aus eigener Wurzel muss es bei uns wachsen, darm wird unser Volk ein lebendiger Teil des Ganzen sein, und es' 'wird seinen eigenen besonderen, nur dhm gehörigen Beitrag dazu liefern. Dann wird es die Pragung mitbestimmen und es wird es um so mehr tun, je starker es sich von der Verpflichtung gegen Europa bewusst ist, und Krafte aus seinem Innem für die Gesamtheit aufbringt.

Die Erlösung erfolgt nicht durch das Uebernehmen ednes Planes, durch ein Programm, sondem durdh die schaffende Tat. Das kann nur die Tat derjenigen sein, die jetzt schon etwas von dem neuen Werden ergriffen haben. Unsere Taten müssen in zwei Richtungen gehen, für das neue Europa und für den Teil unseres Volkes, der noch nicht den Weg in die neue Zeit gefunden hat.

Die Tat für das europaische Ganze. Hier fallen die praktischen, technisdhen Fragen fürs erste ins Gewicht. Und bei diesen Fragen können wir am leichtesten zeigen, was in uns steekt. Hier in den konkreten Arbeiten war Holland Meister; es hat sich immer bewahrt in dieser Gestaltung des ausseren Lebens. Diese Lebensgestaltung war die Grundlage der alten Freiheit, an dieser Arbeit bildete Holland seinen Stil, der nicht ohne innere Grosse war. Diesen alten, starken Stil des Lebens wollen wir jetzt in den Dienst des neuen Werdens stellen und dann werden wir erfahren, 'dass es bei der ausseren Gestaltung jetzt nicht mehr bleiben kann, sondem dass diese Fragen selbst in die Tiefe führen. Die Idee einer umfassenden Ordnung, die Idee von Gestaltung geben, welche jetzt mehr als je die Bindungen des europaischen Kontinents beherrschen wird, ist unserem Wesen nicht fremd. Unser Volk hat seine Schulung in solchen konkreten Leistungen, in den Arbeiten von Trockenlegung im Inland und von Kolonisation in Uebersee: sie bilden seinen Ruhmestitel. Mit dieser Arbeit kann es sich jetzt in den Dienst einer höheren Aufgabe stellen. So wSchst es in das grössere Ganze hinein. Eine Tür in die Zukunft wird uns geöffnet.

Das Gesetz unseres inneren Daseins war seit jeher die Pflege der kleinen Gemeinschaft. In dieser intimen, feinen Hauslichkeit kam das Beste zur Offenbarung. Dieses braucht nicht zerstört zu werden, aber das Kleine und Intime soll hinfort die Basis einer grossen umfassenden Aufgabe bilden, wenn unser Volk sich als Mitglied der europaischen Gemeinschaft fühlt. So werden die tieten Krafte, die in unserer goldenen Zeit zu den höchsten Leistungen geführt haben, wieder geweckt werden, diesmal aber, damit sie einem uns übersteigenden Ganzen dienen. Die Seele des Volkes wird auf ein Ziel gerichtet sein, das wert ist, gestellt zu werden. Denn erst das gibt die Weite, die Spannung, welche ein Volk lebendig erhalt; in einer solchen allen Tieten und Höhen geöffneten Gemeinschaft kommen seine besten Söhne zu Worte, dann werden die Krafte, die bis jetzt, da der eigene geistige Raum zu eng war, in eine internationale Gesinnung sich flüchten mussten, in Holland selbst einen Platz zur Betatigung finden; so wird der Geist des Volkes weit und frei werden. Denn Europa ist wieder plastisch geworden, und aus seiner Erstarrung gelost; auch für uns ist eine Wiedererweckung, eine Lösung der allzu drückenden Formen da. So kann unsere Entwicklung mit der Entwicklung des Ganzen gleichen Schritt halten.

Passen wir es so, dann versteken wir auch das Wort der Deutschen, die uns gegenüber von Kameradschaft

sprechen. Diese Kameradschaft gilt im Frieden wie im Pelde. Gerade weil Deutsdhland keine Uebermacht geiten lassen will, weil das Ziel, die Befreiung Europas vor Augen steht, deshalb sprioht es von Gleichberechtigung. Solange der Prozess der inneren Emeuerung noch nicht weit genug fortgeschritten ist, bleibt die deutsche Führung, ohne dass wir uns selbst dabei preisgeben. So ist es im Frieden, so im Pelde. Jetzt stehen auch unsere Jungens an der Ostfront. Damit haben auch wir Teil an dem Ringen. Diese kleine Schar wagt den Einsatz, sie steht für unser Volk als Ganzes, damit auch 'wir das neue Europa mit der Tat uns aneignen können.

In dem Verhaltnis zwischen Deutschen und Niederlandem wird es im Anfang nicht leicht gehen; 'wir wissen es sdhon und brauchen die Schwierigkeiten nicht zu verbergen. Aber auch aus diesen Reibungen kann ein Gewinn entstehen, wenn von beiden Seiten die Absicht vorwaltet, sie einem tieferen gegenseitigen Verstandnis dienen zu lassen.

Und nun zum Schluss: wenn wir uns diese kleine Gruppe in die neue Zeit hineinstellen, dann ist das die beste Weise, in der wir für unser Volk arbeiten. Es soll an dem Beispiel der wenigen, die jetzt schon mitmachen, den Andem klar werden, was es bedeutet, sich umzustellen. Unser Volk soll durch unsere Arbeit Erfahrungen zum Guten machen. Durch unsere Begeisterung muss es geweckt werden, und wir werden es um so leichter gewinnen, je mehr wir an das Positive der Arbeit imd je weniger wir uns der vergangenen Streitigkeiten erinnern.

Nur das Positive, die freie Tat, erweitert das Gemüt und gewinnt den Gegner. Zeigen wir Ehrfurcht vor den einfachen und entscheidenden Dingen des Lebens, dann entzünden wir das Feuer in den Herzen der Jugend. Den Weg zu den Quellen des Lebens zurückzufinden, lemt sie nicht durch altkluge Worte, sondern durch das Erleben, entspringend aus der beseelenden Tat; durch Mitschaffen und Mitgestalten.

Das Volk der Niederlande lebt noch grossenteils mit seinem Herzen bei einer Ordnung, die schon morsch ist und nur zum Schein sich halt. Aber wir, die wir die neue Zeit ergreifen, sind ein Volk im Werden; zu uns wird die Jugend kommen und mit ihr alles, was sich dem Leben öffnet. I

So können wir auch unsre eigenen Fragen neu erleben, nicht nur die Fragen des Susseren Geschehens sondern auch und gerade die tiefer liegenden Probleme. Die Aufgabe, welche das Heute uns stellt, ist im Grunde dieselbe Aufgabe, die den andern, die auch den Deutschen gestellt ist. Dem;i wie ich vorher sagte, die wirklichen, in die Tiefe gehenden Fragen sind auch in Deutschland noch nicht an der Ordnung, sie stehen schon im Blickfeld, aber dTingend werden sie erst, wenn die aussere Not vorüber ist. Wir zeugen von einer neuen Freiheit, und von einem neuen Menschen: beide sind noch Hoffnungen, unser Zeugen ist ein Vorausgreifen in die Zukunft. Die Aufgabe für uns ist, die neue Freiheit zu erwerben, dadurch dass wir im Reiche des Geistes mit den echten Fragen ringen, und dazu die gleiche Kraft wie die anderen Völker anwenden; dadurch, dass wir mit der Ehrfurcht, die dazu gehört, um die letzten Dinge uns bemühen. Dann sind wir wahrlich frei, und dann werden andere Völker nach unserem Wort hören. Dann stirbt das niederlandische Volk nicht'und es wird nicht von einer fremden Macht vergewaltigt werden. Ein Volk, das um die entscheidenden Werte ringt, wird gross und stark in seiner Seele werden; ihm kann das aussere Gesdhehen nichts zuleide tun.