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De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, jrg 2, 1942, no 2, 1942

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denden Prinzip. Was im Weltkrieg ein gestaltloses Ergebnis war, dass die beiden Grossen, die Grosse des Volkes und die Grosse der Tat und der Gesinnung sich überstiegen und sicii in einer neuen Verbindung fanden, das bekam jetzt Form und Gestalt. Es war das Ergebnis der Jahre des Kampfes; die Errungenschaft der Partei wahrend der Weimarer Zeit wurde jetzt dem ganzen Volk zum Ereignis.

Forsohen wir nach dem Zusammenhang mit den bestimmenden Kratten der Vergangenheit, wie diese Volksbewegung der Partei in die Gegenwart hineinwuchs, dann versteken wir die Verbundenheit mit dem Erlebnis des Weltkrieges und doch auch wieder das Grundsatzlich-Neue. Denn was an der Front nur geahnt wurde und ohne Gestalt bleiben musste, das wurde zu poliüscher Grosse. Dies aber heisst zweierlei: Der Mann aus dem Volke, diente wie im Weltkrieg; aber damals diente er eben als Soldat, jetzt freiwillig; damals kampfte er ohne viel zu fragen; jetzt wollte er bewusst diesen Kampf. Und zweitens: der Mann aus dem Volke wollte nicht Masse werden, wie es das demokratische oder kommumstische System ihm versprach; er wollte nicht in diesem charakterlosen Glück rmtergehen, eben weil er getragen war vom Erlebnis des Weltkrieges, an der Front, oder als Mitkampfer mit den Heimgekehrten, und weil in diesem Erlebnis die Gesittung der Vergangenheit zu neuem Leben emporgeblüht war.

Der Mann der Partei wollte bewusst diesen Kampf. Das ist ja das Geheimnis der Werbimg in den Herzen der vielen, die zur Partei kamen. Jeder, der mitmachte erlebte die Gewissheit: das ist es, was mir fehlte; memschaft, die midh aufnimmt, und doch nicht erdrückt aber über mich selbst erhebt; der Einsatz für die Sache' welohe doch nicht die Intimitat des Lebens zerstört, sondern gerade die Ehrfurcht vor den unbewusst schaffenden Kratten des Daseins kermt. Es war eine Gemeinschaft ohne die alten Bindungen des vergangenen Reiches, und sie lebte doch aus den Grundkraften dieser fruheren Wirklichkeit. lm Schmelztiegel der Front war das Erlebnis wie eine Ahnung in den Herzen aufgegangen: die Gewissheit vom Sinn des Krieges. Dieser Sinn war hef und einfach. Jetzt, im Kampf gegen Versailles und gegen Weimar, erfasste jeder-den neuen Anfang, uud bekannte sich doch zu den Kratten, die von jeher tèhg gewesen waren. Aber er wusste nun: diese Krafte smd im Volke selbst. Sie sind da, wo es über sich selbst zu Gesinnung und Tat hinaussteigt. Die Jugend, die noch nicht m den Formen festgefahren war, konnte sich in ihrem Kampf um die Emeuerung nicht mit den Konservativen und den alten Standen verbinden; sie verlangte neue Formen für ihr überwaltigendes Erlebnis. Und diese Formen wurden in der politischen Wirklichkeit des Alltags gestaltet.

Der Unterschied mit dem Bismarckschen Reich ist also: dass jedes Glied des Volkes eine politische Wirklichkeit darstellt, dass also das Volk in der Partei und ihrem Fuhrer über sioh selbst hinaussteigt. Die Volksbewe- war die innige Verkettung dieser zwei Grossen, die zuvor neben einander gestanden hatten: die Grosse der geschichtsbildenden Tat; Volk und Manneszucht fanden sich in den Kampfen um das Reich; zuerst im Welt-

krieg, nachher aui den Strassen, in der harten Schule der Freikorps in Schlesien, in de S.A. und der S.S.

Des Volk als eine politisclie Grosse, das heisst: das Volk als solches, nicht nur der Adel der Geburt oder der Adel der Bildung schafft jetzt Geschichte. Dieses aber war nur möglich, weil es anfing mit dem ganz Konkreten, dem Einiachen und Praktischen. Es war ja in der ersten Zeit des Kampfes der Partei die Aufgabe, der Not der Stunde zu steuern. Ihr Kampi war die Antwort auf diese Not.

Es war die Not des Einzelnen, des kleinen Mannes und semes kleinen Alltags. Aber dieses Kleine war anfangs entsoheidend.

Denn wer dieser Not steuern wollte, der musste nach den eigensten Kratten des Volkes greifen, der durfte nicht weichen. Es war der letzte Ernst, der keine Kompromisse duldete, denn sonst würde das Volk in die Wesenlosigkeit der Masse hinabsinken. Wer hier retten wollte, musste mit dem vollen Einsatz dabei sein; auch das einfachste Werk erforderte den ganzen Mann. Um der taglichen Not zu steuern und dem Drangen des modernen Lebens mit ebenbürtiger Wucht zu begegnen, dazu brachte man neue Formen. Das Alte, die Grosse der ehernen Zeit des Krieges konnte nur zu einer Kraft werden, wenn es sioh von. Anfang an auf den Boden einer neuartigen Gemeinschaft steilte: nur weil die Partei die Kraft hatte, die alten Stande zu durchbrechen, fuhrte sie zum Siege. Sie war es, die alle Offiziere und Mannschaften zu Kameraden machte, die zum ersten Mal in der Geschichte auch den vierten Stand zum vollgültigen Glied des Volkes emporhob.

Volk ist Leben der Seele; Revolution aber ist Wille zur Tat. Als gesohdchtsbildende Kraft wuchs das Leben des Volkes zur Tat; das heisst das Volk, stieg über sich selbst empor, die Seele strömte in den Geist und in die Tat hinein. Denn wo das Volk als solches die Verantwortung für sein Schicksal zu tragen bekam, da war es seinem inneren Geschehen, der Erfahrung seiner Seele und dem Leuchten des Geistes treu und es bildete eine neue Kraft; die Kraft, das aussere Geschehen zu meistern Das also ist die Erneuerung aus den Kratten der Seele durch den Willen zur Tat. Es ist der Geist, der sich mit der Sehnsucht der Volkes verbindet. Die schaffende Tat findet den Weg zum Instinkt des einfachen Mannes, der da weiss, er hat das Recht, das Reich mitzuschaffen.

Denn wo Seele und Geist, Volk und -Tat. zusammengehen, da erleben wir das Werden eines neuen Reiches. In diesem Reich gehören Natur und Geist zusammen; es ist die Spannung des Geistes und doch die Rückkehr zum Heim der Seele, zu den Quellen des Lebens.

IV.

Aber erst jetzt, in diesem zweiten Kriege, der den Kampf von 1918 weiterführt, kommt die Bedeutung des bisherigen Geschehens zur vollen Klarheit. Wir haben gesehen, wie im Bismarckschen Reich das Preussische als eigener Stil das deutsche Wesen pragte- dann stieg es im Weltkrieg über sich selbst hinaus, es'wurde zum Erlebnis des ganzen Volkes. Im Kampf um die neue Wirklichkeit ragte das Volk in die Grosse der geschichts-