is toegevoegd aan uw favorieten.

De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, 1942, 1942

Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

daher auch die Rechtsfahigkeit zuerkannt werden, deren Representant in der Regel an erster Stelle die führende Macht der Völkerfamilie sein wird. Denn die gleiche Lebensgesetzlichkeit, die gleiche autoritare Ordnung, die die einzelnen Völker einer Völkerfamilie regiert, ist ja auch die Grundlage der Ordnung der ganzen Völkerfamilie.

Aus der oben dargelegten Struktur echter Grossraume ergibt sic'h, dass logischerweise jedes Volk einer Völkerfamilie innerhalb ihres Grosslebensraumes unbedingt Vorrechte, aber auch Verpflichtungen auf politischem, wirtschaftlichem, militarischem und kulturellem Gebiete vor den Ansprüdhen jedes anderen Volkes einer anderen Völkerfamilie besitzt. Damit werden sich aus der liberalistischen Periode herrührende Rechtstitel von Grosseuropa, Grossamerika und Grossostasien, die deren natürlichen Grosslebensraum überschreiten, in neuer Rangfolge ordnen müssen, um der neuen sich revolutionar gestaltenden Weltordnung auch redhtlich zu genügen. Ein interessanter Vorlaufer und ein praktisches Beispiel dieses neuen Zwischengrossraumrechtes scheint die Vereinbarung zwischen Frankreich und Japan bezüglich Indochinas zu sein. Nach Sicherstellung der politischen, militarischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse und Vorrechte Japans als der reprasentativen und führenden Macht Grossostasiens für die übrigen Gebiete der grossostasiatischen Völkerfamilie, werden die Ansprüche Frankreic'hs und damit Europas an erster Stelle vor Ansprüchen dritter Machte anerkannt. Die Sicherstellung des eigenstandigen, des autarken Lebens aus eigenem Raum und aus eigener Kraft einer Völkerfamilie in ihren Grosslebensraum verlangt diese Rangordnung imd ist damit das Grundprinzip des Zwischengrossraumrechts und damit Grundlage des Weltfriedens nach innen und aussen.

Diese beiden Rechtsordnungen eines echten Grossraumes sind also von mir auf Rasse und Raum gegründet, auf das Wesen des Grossraumes als natürlichen Lebensraum und aus „seiner Substanz von innen her" entwickelt. Es wird also künftig ein „Völkerrecht" nur noch innerhalb des Grossraumes als ein „Völkerfamilien-Recht" geben, wahrend für den Verkehr der Grossraume untereinander ein Zwisc'hengrossraumrecht begründet werden muss. Da die Völkerfamilie Tragerin der Gebietssouveranitat für den gesamten Bereich ihres Grosslebensraumes ist, ist ein Interventionsverbot eines Grossraumes gegenüber raumfremden Machten nur eine logische Folge. Niemals kann jedoch ein Interventionsverbot, das von mehreren Vólkern aus irgendwelchen Gründen erlassen wird, einen echten Grossraum begründen, wenn ihm nicht eine biologische Notwendigkeit, eine Gesetzmassigkeit aus Blut und Boden zugrunde liegt. Das Interventionsverbot kann niemals die Ursache, sondern immer nur die Folge eines echten Grossraumes sein. Es ist also kein einen echten Grossraum begründetes Prinzip.

Das von Carl Schmitt begründete Nichtinterventionsprinzip ist daher auch nicht charakteristisch für das Wesen eines Grossraumes. Denn das Nichtin-

terventionsprinzip sagt nichts über das natürliche Wesen und den natürlichen Inhalt eines 'echten Grossraumes aus. Auf Grund des Nichtinterventionsprinzips könnte auch ein Grossraum mit Völkern versdhiedenster Völkerfamilien gefüllt werden, etwa mit Chinesen, Malaien, Negern, Ind.ianern und Weissen. Sein Zusammenhalt kann aber mangels innerer Bindung nur durch ausseren Zwang gesichert werden British Empire—. Durch die Aufstellung des Nichtinterventionsprinzips kann, wie man an diesem Beispiel sieht, niemals ein echter Grossraum mit einem natiirlidhen inneren Zusammenhalt und innerer Befriedung begründet und behauptet werden. Dies hat ja auch Höhn eindeutig klargestellt.

Die gleiche Bemerkung kann man auch gegen G. Jentsch richten, der in seiner interessanten Abhandlung „Lebensraum" diesen nicht wie ich definiert als eine biologisch gebundene und organisch aufgegliederte Völkerfamilie, die ihre einzelnen Glieder auf Grund der Lebensgesetzlichkeit und der daraus fliessenden natürlichen Sittlichkcit untereinander verpflichtet und berechtigt, sondem sie wie folgt darstellt:

„Ein Gebiet, dessen einzelne Staaten in gut nachbarlichem Vertrauen und mit Verstandnis für ihre gegenseitigen Bedürfnisse einander politisch „zugewandt" sind und einander die Sicherheit geben, dass keiner der Teilnehmer eine Politik der Feindschaft oder Allianzen gegen irgendeinen anderen Staat im selben Raum verfolgt, besonders nicht in Verbindung mit Aussenseitern oder als deren Werkzeug."

Wie man sieht, können durch solche Definitionen, wie die von Carl Schmitt und G. Jentsch, die ich nur beispielsweise anführe, nur solche Grossraume definiert werden, die lediglich durch ausserliche Prinzipien, seien es nun wirtschaftliche Nützlichkeit oder machtpolitische Interessen, zusammengehalten werden. Sie sind keine echten Grossraume, sondem unechte, weil sie nicht aus einér lebensgesetzlich bedingten Sittlichkeit erwachsen sind. Infolgedessen nehmen die Führungsmachte eines echten Grossraumes, eines Grosslebensraumes, eine andere, eine sittliche Haltung qegenüber den Mitgliedem des Grossraumes ein. Sie sind wahre, sittlich berechtigte Führer ihres Grosslebensraumes, wahrend die „Fühmngs"-iMachte eines unechten Grossraumes ihre „Führung" rein auf Grund ihrer Uebermacht imperialistisch ausüben. Hierfür sind Grossbritannien im Britischen Empire und die Vereinigten Staaten in der westlichen „Hemispharen"-Politik die typischen Beispiele. Beide versuchen, unechte Grossraume zu bilden und zu beherrschen.

Die oben entwickelten Gmndsatze der Lehre vom Lebensraum geben zugleich auch den bisherigen sogenannten Geisteswissenschaften ein natürliches Fundament. Wir erleben heute gewissermassen den zweiten Teil der „Renaissance", der Wiedergeburt des europaischen Grosslebensraumes. In ersten Teil der „Renaissance" zwischen 1300 und 1500 wurde einem Teil der Wissenschaf-

öie nieöeßlADöisch öeutsche kultußqemeinschAft