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De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, 1942, 1942

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KLIIVGEIVDE STADT

Ein Bericht üh er Salz b u r g / VON WALTER NEDOMA

A 1. j\LS gewaltige Silhouette begrenzt der sagenumwobene Untersberg den Bliek des Wanderers im Salzburger Land. Inmitten der Stadt selbst erhebt sich wie ein Wunder von Gottesband gefügt die Hohe Salzburg. Alles beherrschend in ihrer kühl-massigen aber fürstlichen Erhabenbeit. Unter Burgbau und Berg schwingt die Stadt mit ihreii taus'end Tagesmelodien. Da klingen wie frohe Funken die roten Dacher, wirbelt lustig-ieichter Qualm in Triolen in die Luft und aus den 27 Kirchen erbeben -sich gewaltioe Akkerde. Aber der Dom gibt rn barocker Fülle den Orgelpunkt, der rauschend über der ganzen Stadt liegt. Es ist zauberhaft beim mehrfachen Besuch Salzburgs diese musikalLsche Atmosphare noch verstarkt zu empfinden.

Hier wur-de Mozart geboren, lebte er als kind und hier in Salzburg entstanden zum gro-ssen Teil seine unsterblichen Werke. Aber hier in Salzburg schuf auch ungewollt ein fürsterzbischöflicher Qualgeist die seelischen Unterlagen für das dramatische Ringen des Saizburger Meisters. In der Getrei-degasse steht unverandert sein Geburtshaus, am Makartplatz liegt das Wohnhaus seiner Eltern, in der einzigschönen Peterskirche wurde seine Me-s-se zum erstenmal aufgeführt und auf dem Imberg steht das Zauberflötenhauschen, das aus dem Garten eines Freyhiauses in Wien gebracht und hier aufgestellt wurde. In einer eigenartig -durchgeistigten Verhaltenheit liegt der Geist des Genius über den schmalen Gassen der Stadt und willig lasst sich der Besucher von diesem musikalischem Flui-dum gefangen nehmen.

Diese Dinge mogen mitbestimmer.d gewesen sein, als Salzburg zur Festspielstadt gewablt wur-de. Der Krieg hat die in einem hohen künstlerischen Aufschwung begriffenen Festspiele zwar stóren, aber nicht xmterbrechen können. Der gesellschaftlicihe Rahmen ist geschwunden un-d das Feldgrau der Uniformen beherrscht die Theater und Konzertraume. Entgegen einer früher dem Starsystem entspringenden Auffassung konzientriert man sich nach von -dem vom Führer zum kühstlerischen Leiter der Saizburger Festspiele berufenen Professor Clemens Krauss gemachten Mitteilungen auf jeweils zwei bis drei Opernwerke. Diese Opernaufführungen, bei denen naturgemass die Schöpfungen Mozarts eine Verpflichtung bedeuten, werden in unermü-dlicher Pro-benarbeit zu einer Vollendung geführt, wie man sie kaum irgendwo anders erle-

ben dürfte. Eine Reihe von Konzerten mit den Wiener Philharmonikern und den besten deutschen und auslandischen Dirigenten erganzen die festlichen Spiele. So errangen in diesem Jahr die Niederlander Prof. Willem Mengelberg und als Solist der Pianist Cor de Groot einen beispiellosen Erfolg.

Aber Salzburg ist in dieser Zeit der Festspiele nicht nur eine Stadt des musikalischen Geniessens, sondern auch eine Statte gewissenbiaftester Studiën. lm Mozarteum finden die alljahriichen Kurse des von Prof. Georg Schünemann geleiteten Deutschen Musikinstituts für Auslander statt, an dem in diesem Jahr 350 Auslander aus fast 20 Nationen teilnahmen. Hier finden junge und mit den technischien Vorbedingungen ihres Faches natürlich schon völlig vertraute Künstler die Möglichkeit, bei den grössten deutschen Meistern ihre Fahigkeiten zu vervollkommnen. Das ist kein eigentliches Unterrichten, sondern mehr ein restloses künstlerisches Au'SiSchöpfen des Kunstwerkes. In diesen Kursen unterrichten Künstler wie Edwin Fischer, Elly Ney, Walter Gieseking, Winfried Wolff, Georg Kulenkampff, Vasa Prihoda, Ludwig Hoelscher und andere. Ein besonderes Erlebnis stellt für den Zu'Schauer jedesmal die Ausbildung junger Sanger und Sangerinnen für die Bühnenlaufbahn durch Frau Prof. Babr-Mildenburg dar. Mit welch grossem Feingefühl und welch tiefer Menschenkenntnis leitet doch dies'e Frau die ihr anvertrauteni jungen Künstler über die Schwierigkeiten der Darstellung der Opernbühne hinweg.

Di-e in -den Kursen gemachten Unterrichtserfahrungen können nicht besser als -durch den Besuch der Festspielveranstaltungen verstarkt werden. Mit Erstaunen, ja manchmal geradezu mit einer gewissen Bestürzung, stellen die auslandischen Gaste -den hohen Stand der deutschen Musik im dritten Kriegsjah-r lest. Die meisterhaften- Aufführungen des „Figaro" und der „Arabella", die Bach-Konzerte Edwin Fischers, die Beethoven-Feierstunde Elly Neys und die von namhaften Dirigenten geleiteten Orches'terkonzerte, alles das waren Eindrücke, -die bei den jungen auslandischen Künstlern sichtbare Spuren hinterliessen. Manche Gaste mogen aus ihrem Land mit Vorurteilen gekommen sein, aber das tagliche Erlebnis dieser pulsierenden Stadt zwang -sie zur besseren Einsicht.

Es lasst sich -denken, dass die Unterhaltung seltsame Wege geht, wenn auf einem Spaziergang