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De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, 1944, 1944

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über Bdmbèrg ftach Frankfurt. In Mainz stritten sieh die Ereuhde um die Ehre, ihn zu be* herbergen; \vohin er kam, wurden ihm mit Vors liebe Wein und Mundvorrat für die Weiterreise mitgegeben. Auf der Fahr rheinabwarts muss er wiederholt seinen Zollbrief vorzeigen und nachs weisen, dass er keine Kaufmannsware bei sieh führt, so in Boppard, in Lahnstein und in Engers. In Köln trifft er seinen Vetter, den Goldschmied Niklas Dürer, dem er einen sehwarz gefütterten, mit Samt verbramten Rock zum Geschenk macht, lm Kölner Barfüsserkloster nimmt er eine kleine Starkung zu sich und erhalt von einem Mönch ein Tasehentuch zum Andenken. In Köln vertauscht Dürer das Schiff mit dem Reisewagen und fahrt über Sittard nach „Antorff’ (Antwerpen).

Hier empfangt ihn der Leiter des Euggersehen Handelshauses Bernhart Stecher und macht ihn mit dem Bürgermeister Antwerpens bekannt. Vom Hause des Bürgermeisters, dem berühmten „Hof van Liere”, von seinen übersehwenglieh schonen, grossen Kammern, dem „köstlieh gezierten Turm”, dem „übergrossen Garten”, sagt Dürer, dass er ein so herrlich Haus in deutschen Landen noch nie gesehen habe. Die „Antwerpener Malerzunft” lud den Nürnberger Meister auf ihre Zunftstube „mit meinem Weib und Magd, und hetten alle Ding mit Silbergescherr und andern köstliehen Gezier und überköstlich Essen. Es waren aueh ihre Weiber alle da. Und do ieh zu Tisch geführet ward, do stund das Volk auf beeden Seiten, als führet man einen grossen Herren. Es waren aueh unter ihnen gar treffliche Personen von Namen, die sich all mit tiefen Neigen auf das allerdemü» tigste gegen mir erzeugten. Und sie sagten, sie wollten alles das tun als viel möglich was sie wessten, das mir Heb ware.” Naeh dieser Huldiï gung wurde Dürer von mehreren vornehmen Miins nern der Stadt Wein in Kannen angeboten. Der Empfang scheint sich bis tief in die Nacht hinge= zogen zu haben.

Paul Topler und Merten Pfinzig / Gezeichnet von Dürer

„Und spat in die Naeht, da begleit’ten sie uns • mit Windlichtern gar ehrlich heim und baten mich.

ich soll ihren guten Willen haben und annehmen und sollt machen, was ich wollt, darzu wollen sie mir all behülflich sein. Also dankte ich ihnen und legt mich sehlafen.”

Seinen Aufenthalt in Antwerpen benützte Dürer um Merkwürdigkeiten und Reiseandenken zu sammeln, die Stadt und ihre Vorbereitungen für den Empfang des Kaisers zu besichtigen und ihre Baudenkmaler zu zeichnen. Dabei lernte Dürer eine Reihe bedeutender Manner kennen, die sieh damals in Antwerpen aufhielten, u.a. aueh den Humanisten Erasmus von Rotterdam. Beide Mam ner scheinen sich gleich sehr nahe gekommen zu sein. Denn Dürer berichtet: „Mehr bat mir Herr Erasmus gescheukt ein spanioleins (spanisches) Mantele und 3 konterfettisch Mann (Mannerbilds nisse) ”

Er malte den Hofastronomen des Königs Heim richs VIII. von England, den Münchener Nikolaus Kratzer, der ihm spater sehr förderlich sein sollte. Nachhaltigen Eindruck maehte auf Dürer das malerische Schauspiel der Prozession zur Frauens kirche. Die Besehreibung die er dazu gibt, lasst ers kennen, wie stark Dürer mit den Augen des Mas lers zu sehen gewohnt war. „Also sahe ich in der Gassen zeilweis weit von einander: die Golds sehmied, Maler, Steinmetzen, Seidensticker, Bilds hauer, Sehreiner, Zimmerleut, Sehiffer, Eischer, Metzger, Ledrer, Tuehmacher, Backer, Schneider, Schuster und allerlei Handwerk und mancher Handarbeiter und Handler, zu der Nahrung diensts lich. Desgleichen waren do die Kramer, Kaufleut und aller Sort ihr Helfer. Darnach kamen die Sehützen der Püchsen, Pogen und Armbrüster, desgleichen die Reisigen und Fussganger. Darnaeh kam eine grosse Chor der Herren Amtleut.” Dann schildert er den weiteren Verlauf des Umgangs so farbig, dass man glaubt, ein gewaltiges Gemalde vor seinen Augen erstehen zu sehen.

Dürer: Walross

Am 26. August brieht Dürer naeh Brüssel auf, um bei der Ankunft des Kaisers zugegen zu sein.