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De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, 1944, 1944

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Hier wieder ahnliche Ehrungen wie in Antwerpen. Die Stadt mit ihren Palasten, Kirchen und Brun= nen macht einen gewaltigen Eindruck auf ihn. Von den Persönlichkeiten, mit denen er zusam* mentraf, sei hier nur die Statthalterin Margaretha van Parma genannt, „die hat zu Prüssel nach mir geschickt und zu mir gesagt, sie woll meine Fürde= rin sein gegen König Carl, und hat sich sonderlich ganz tugendlich gegen mir erzeugt. Hab ihr mein gestochnen Passion geschenkt, desgleichen ein solchen ihrem Pfenningmeister mit Namen Jan Marnix(Generalsteuereinnehmer derNiederlande). und hab ihn auch mit dem Kohin konterfet ” Dürer sah sich allerdings spater von der Stattï halterin enttauscht. Ende Juni schreibt er: derlich hat mir Frau Margareth für das ich ihr schenkt und gemacht hab, nicht geben.”

Ueber den Einzug des Kaisers macht Dürer einige interessante Bemerkungen. Er erzahlt, die Pforten seien köstlich geziert gewesen mit schös nen „Jungfraubildern,'- dergleichen ich wenig ge= sehen hab.” In einem Briefe an Melanchton be* richtete er darüber, diese Jungfrauen, effenbar mythologische Figuren, seien vom Kaiser keines Blickes gewürdigt worden. „Ich aber, weil ich ein Maler war, habe mich dabei ein bischcn dreister umgeschaut.”

Um die Bestatigung seiner Leibrente zu erhah ten, reist Dürer am 4. Oktober dem Kaiser nach, um endlich in Aachen eine Gelegenheit zu finden, sich die Rente bestatigcn zu lassen. Der Aachener Dom, insbesondere die antiken Saulen in der Ems pore, sind „werklieh nach Fitruvius’ Schreiben macht”. Dürer bekundet damit, dass er das Buch des Marcus Vitruvius Pollio „Ueber die Bau= kunst”, das erste grundlegende Werk über die abendlandische Baukunst, gekannt hat.

Dürer; Der Mann von 93 Jahren

Bis zum 23. Oktober, dem Krönungstage, be« nutzt er die Zeit, um viele der hohen Gaste zu portratieren. Darunter befanden sieh auch Nürn= berger Ratsherren, die ihn, da er sein Ziel nicht erreichte, am 28. Oktober mit nach Köln nahmen, WO er endlich am 12. November in sein Tagebuch eintragen konnte, dass ihm „mit grosser Mühe und Arbeit” die Bestatigung seiner Leibrente ge« lungen sei.

Zufrieden mit seinem Frfolg kehrt er in die Nies derlande zurück. An der Maas erhebt sich aber ein solcher Sturm, dass er und seine Reisegefahrtcn nicht daran denken können, zu Schiff weiterzureis sen, wie geplant war. Kurz entschlossen mieten sie Bauernpferde und reiten gen Herzogcnbusch. „Pusch”, schreibt er, „ist eine hübsche Stadt, hat ausbündig schone Kirchen und ist überfest. Do verzehrt ich 10 Stüber, wiewol Meister Amolt das Mahl für mich zahlet. Und kamen Goldschmied zu mir und die teten mir viel Fhr.” Bei der Rücks kehr nach Antwerpen muss er von seiner Frau ers fahren, dass man ihr am Sankt Martinstag in der Kirche den Bentel (die am Kleid fcstgenahte Hands tasche) abgeschnitten hat. 11 Gulden seien darin gewesen und der Bentel sei aueh wohl einen Guls

den wert gewesen, vermerkt das Tagebuch. Ehe Dürer an die Heimreise nach Nürnberg denkt, will er sich, offenbar froh über die nunmehr ers langte Sicherung seiner Lebensbasis, noch etwas in den Niederlanden nach Merkwürdigkeiten um« schauen. Aus Zierikzee (Zeeland) kam die Kunde, dort sei ein Walfisch an Land geschwemmt wors den, mehr als hundert Klafter lang. Um das Uns getüm zu sehen, reist er mit seiner Frau zu Pferde am 3. Dezember nach Bergen op Zoom; hier er« steht er für Frau Agnes „ein niederlandisch dünn Duch auf den Kopf, kostet 1 Gulden und 7 Stüber. Mehr 6 Stüber für 3 Paar Schub. Fin Stüber für Augenglasser, mehr 6 Stüber für ein helfenbeinen Knopf Pergn ist ein lustig Ort im Sommer, und sind des Jahrs zween gross Mark.”

In Zeeland geriet er auf dem Sehiff in einen Sturm, der sein Leben in Gefahr brachte. Als das Sehiff in Armuyden anlegen wollte, wurde ein anderes Sehiff vom Stormwind so heftig dagegen geworfen, dass es wieder abgetrieben wurde. „Do schrieen wir alle um Hülf, aber niemand wollte sieh wagen. Da schlug uns der Wind wieder in die See. Da rauft’ sieh der Sehiffmann und sehriee, dann seine Kneeht waren all ausgetreten (schon an Land gegangen), und war das Sehiff ungeladen.