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De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, 1944, 1944

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Das Lachen Lei Frans Flals

Von Dr. P. H. Keulers

Als ich einmal in Deutschland einen in der Malerei nicht allzusehf bewanderten Laien fragte, ob er Gemalde von Frans Hals kenne, be< kam icb zur Antwort, das sei doch der Maler der Knaben und Zeeber, die so berzlicb und aus vob lem Halse lachen. Ob der Name des Haarlemer Meisters mit dazu beitrug, die kraftvolle Heitere keit seiner Gestalten als „aus vollem Halse” lachend zu charakterisieren, ist weniger von Bes lang als die Tatsache, dass er in Deutschland und gewiss erst recht in den Niederlanden als der Maler des lustvollen Daseins in die Kunstges schichte eingegangen ist. Man würde Frans Hals indes unrecht tun, wollte man das Lachen seiner Figuren lediglieh als eine Projektion der eigenen Freude'am Leben und an seinen Genlissen auß fassen, sozusagen als eine Art Selbstbespiegelung, als eine Illustration des eigenen stets zur lauten Heiterkeit gestimmten Gemütes. Auch andere Maler, z.B. Leonarda da Vinei, haben zuweilen ein breites, „zwergfellerschütterndes” Lachen ges malt; Jan Steen bat in seinen Trinkszenen wahre Lachorgien festgehalten, Daumiers bat das Lachen zu dramatischer Grosse gesteigert; aber bei Frans Hals kommt das Lachen aus einer inneren herzs liehen Verbundenheit mit dem Leben. Seine Mens schen lachen, weil sie in ihrer urkraftigen Gesunds

heit nicht anders können oder weil sie gelernt ha« ben, dem Leben seine besten Seiten abzugewinnen, weil sie aus der Freude am Sinnengenuss keinen Hehl machen, oder weil sie gelernt haben, sich über die Misshelligkeiten des Daseins hinwegzu* setzen. Dass dieses Lachen nicht eine immer gleieh elemcntare und gleich derbe Reaktion des körperlichen Wohlseins ist, sondern in feinster Abstufung und Verfeinerung vorkommt, werden wir bei einer genaueren Betraehtung seiner Bilder sehen.

Das herzhafteste und natürliehste Lachen zeigen die zahlreichen Kinderbildnisse, von ,denen die meisten der Zeit von 1623—1625 entstammen. Noch sind die pausbackigen Gesichter nicht so entwickelt, dass man Jungen und Madchen unter* scheiden kann, die kleinen Wuschelköpfe brau* ehen nicht viel Anreiz, um so zu lachen, dass der kleine Körper sieh schüttelt. Vielleicht sind sie in diesem Aher ebenso schnell bereit, das Gesicht zum Weinen zu verziehen. Aber hier bei Frans Hals lachen sie, und zwar so herzlich, dass man, zumal bei dem hier abgebildeten Kinderkopf (1), das lustvolle Krahen zu horen glaubt. Sobald die Geschleehter voneinander auf den Bildern zu unterscheiden sind. wird auch das Lachen ein anderes. Es wird so deutlich, dass zuweilen die

1. Lachendes Kind mit Flöte. 2. Zwei lachende Jungen. 3. Der Rommelpotspieler. 4. Der alte Zeeher. 5. Der lustige Zeeher. 6. Der Raueher. 8. Fröhlieher Lautenspieler. 9. Violinspieler. 10. Em Laute spielender Narr. 12. Die- Zigeunerin.