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Geneeskundig tijdschrift voor Nederlandsch-Indië, 1912, 01-01-1912

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einer schweren Nervenerkraiikuiig.—Ich glaube kautii an das Motiv der pecuniaren Vorteile bei der Simulation von Geisteskrankheiten, deun, entweder wird der Soldat vom Arzte „entdeckt", in die Garnison oder das Gefangniss und da, vom einer Kategorie in die andere bis zur letzten geschleudert,. oder auch als Geisteskranker in eine der beiden indisclien. Irrenanstalten geschickt; auf diesem Umwege erzwingen sie wolil a la longue die „europaische" Freilieit, aber kaum eine Pension.

Es sei mir verziehen die lange Auseinandersetzung der Vorrede. Die Berücksichtigung der psychologischen Momente zur richtigen Bewertung der Isolierabtneilungs- und Nervenfalie sclieint mir von Bedeutung und eine diesbezüglich sorgfaltige Anamnese wird uns in so manchen scliweren Situationen den waliren Sacliverhalt und Aufscliluss zeigen. Das „déjouer un simulateur", das Entziffern eines manchmal so bizarren Symptomenkomplexes eines „Block"-Insassen, ist an und für sicli nicht scliwer und obwohl es nicht zuin taglichen Brot eines praktischen Arztes geliört, gibt es kaum einen Kollegen, der sicli nicht rühmen köunte, einen ganz „verruchten" Simulateur, „entdeckt" zu haben. Dem angeklagten Soldaten, — namentlich beim Vorliegen eines degenerativen Charakters oder eines ausgepragten Schwaclisinns —, ist nicht zu verargen wenn er belügt, beschwindelt und einiges vorsimuliert; jeder Angeklagte, auch der geistig normale, wird weder vor einer Lüge noch irgend einer Vorstellung zurückschrecken, wenn es gilt seine Situation zu verbessern. Al lei n mit dieser Voraussetzung sich dem Krankenbette zu nahern ist für den Arzt, ebenso wie für den Soldaten erniedrigend und nicht das Entdecken einer Simulation soll unser Ziel und Zweck sein, wohl aber seine Heilung, Besserung und Prophylaxe für sein weiteres Fortkommen. Die Folgen unseres Entsclilusses sind für das betreffende Individuum von so schwerer Bedeutung, dass wir lange beobachten und erwagen müssen, bevor

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