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Wir finden somit bei einem noch ziemlich jungen Schimpansenfetus eine Gesichts- und Kopfbehaarung, welche in gewissen Hinsichten "Übereinstimmung mit dem Haarkleid des Menschen aufweist : ein stark behaartes Calvarium, Augenbrauen und eine Bart-Anlage. Die Tatsache, dass besonders die letztere aus helleren Haaren besteht als jene des Schadeldaches ist auch eine beim Menschen wohlbekannte, nicht seiten auftretende Erscheinung. Bei einem jungen Schimpanse mit vollstandigem Milchgebiss, den ich daraufhin untersuchte, traf ich zwar noch die langeren, hier weissen, Barthaare an, von gelben Brauenhaaren fand ich aber keine Spur mehr. Weitere Besonderheiten, den Entwicklungsgrad der Haare betreffend, werde ich bei den einzelnen Körperteilen, zu welcher Beschreibung ich jetzt übergehe, geben.

Ich fange mit der Behaarung des Kopfes an, und verweise dazu auf Figur 1.

Aus Mangel an embryologischem Material hat Schwalbe die Haamchtung bei einem jungen mannlichen Schimpanse untersucht, und giebt davon die folgende Beschreibung (1. c. S. 108).

„Im Stirngebiet besteht eine mediane Scheitemng der Haare „ahnlich wie beim Gibbon, welche nach hinten etwa bis zur „Transversalebene der Ohrmitten reicht. Von diesem Scheitel „aus divergieren die Haare lateral zur Wange, zum Ohr und „zu den Seiten des Hinterhauptes. Entsprechend dem distalen „Rande des Unterkiefers treffen die schrag aufsteigenden Haare „des Halses auf die Haare des UnterLippen- und Unterkiefer„gebietes, welche in der Nachbarschaft der Mundspalte dieser „zugekehrt sind, sodann in der entgegengesetzten Richtung „immer mehr sich aufrichten, um entsprechend der distalen „Grenze des Unterkiefers sich distal den aufsteigenden Hals„haaren entgegen zu neigen. Die Haare der Oberlippe haben „in der Mitte eine absteigende Richtung zur Mundspalte, die

„seitlich immer mehr in die rein laterale Richtung übergeht".

Diese Beschreibung ist nicht vollstandig und stimmt nicht ganz mit meinen Befunden überein, wie schon aus Vergleichung der Schwalbe'schen Beschreibung mit der Figur 1 ersichtlich ist. Nur für die Oberlippe kann ich den Angaben des genannten Autoren beistimmen. Es sei hierzu jedoch bemerkt, dass gerade am Übergang vom behaarten in das unbehaarte, die Mundspalte begrenzende Gebiet der Lippe eine regelmassig angeordnete einfache Reihe von etwas strafferen Haaren eingepflanzt war. Seitlich stösst das behaarte Gebiet der Oberlippe an jenen Teil der Wangengegend, den ich in Anschluss an die ganze Regio nasalis noch völlig unbehaart fand. Nur ein einziges straffes Tasthaar in der Regio paranasalis zeichnete diesen Bezirk aus.

Die Beschreibung der allgemeinen Behaarung des Kopfes kann am besten Ausgang nehmen von dem durch eine tiefe Furche begrenzten Unterrand der unteren Palpebra. Das ganze Augenlid war besetzt mit feinen H&rchen, die sagittal gestellt und nach oben gerichtet waren. Seitlich neigten sie einer mehr transversalen Richtung zu. Diese Haarströmung setzt sich auf das obere Augenlid fort. Nur die kraftigen Cilien des oberen Lides waren in gerade entgegengesetzter Richtung eingepflanzt. Ich stimme somit Schwalbe bei, wenn er, entgegen den Angaben Friedenthals darauf hinweist, dass die Augenlider wohl behaart sind. Diese rein sagittale Anordnung der Haare setzt sich über die ganze mediane Region der Stirn und des Calvarium fort. Die von Schwalbe beschriebene mediane Scheitelung, konnte ich an meinem Individuüm nicht feststellen, in und neben der Medianlinie waren die Haare über den ganzen Kopf rein sagittal eingepflanzt. In der seitlichen Stirngegend schlugen die Haare eine mehr transversale Richtung ein und in der Temporalgegend biegen sie sich immer mehr nach unten. In der Mitte der genannten Gegend stösst diese Haarströmung zusammen mit einer die an der Implantationslinie der Ohrmuschel anfangt. Am oberen Ende dieser Linie waren die Haare fast rein horizontal eingepflanzt, die Richtung andert sich aber sehr schnell, sodass vor dem Tragus die Haare sagittal nach unten gerichtet sind. Die von der Stirn und von der Ohrmuschel kommenden einander entgegengesetzten Haarzüge, gehen in

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