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den medialen resp. radialen Rand herum auf die dorsale Flache fort. Die Stromrichtung bleibt hier im grossen und ganzen die namliche, es sind die Haare in disto-proximaler Richtung eingepflanzt, mehr oder weniger schrag, wie aus Figur 6 ersichtlich. Dadurch wird auf die dorsale Flache des Unterarmes, dem ülnarrande geDahert, eine deutliche Konvergenzlinie gebildet. Es verlüuft diese nicht in einer Flucht mit jener am Oberarme, die übrigens viel weniger scharf ausgesprochen ist, wie schon bemerkt wurde.

Dem Ellbogenkreuz an der Ventralseite entsprechend, entsteht an der Dorsalseite — und zwar zusammeiifallend mit der Olecranonspitze, ein Konvergenzzentrum, in dem die Haare spiralförmig angeordnet sind.

Der Übergang von Unterarm auf Hand ist an der Dorsalseite durch eine haarloose Stelle gekennzeichnet, sodass das Haarsystem der Hand eine Selbstandigkeit erlangt. Es ist derselbe sehr merkwürdig.

Proximal vom Daumen findet sich auf den Handrücken ein schön entwickeltes Divergenzzentrum, von wo die Haaren kranzartig ausstrahlen. Nur distal vom Handgelenke breitet sich dieser Kranz zu einem Haarzug aus, der den Handrücken überzieht. Die Haarrichtung ist im allgemeinen eine proximo-distale, wobei aber die Haare sich schrager stellen je mehr sie dem Ulnarrand der Hand naher eingepflanzt sind.

Von dem Handrücken greift die Behaarung auf die Finger über. Der Daumen ist noch völlig unbehaart, und von den übrigen Fingern waren ebenfalls der Mittel- und Endphalanx noch haarfrei, auf den Grundphalangen sind die Haare proximo-distal gerichtet.

Meine Befuude bezüglich des Haarkleides der oberen Extremitat, zeigt manches Übereinstimmendes mit den immerhin kurz gefassten Angaben von Schwalbe. Dieselben beziehen sich aber nur auf die Dorsalseite der Extremitat. Auch Schwalbe weist auf die an einander entgegengesetzten Haarrichtungen von Ober- und Unterarm hin, und memoriert das Konvergenzzentrum am Ellbogen. Es ist damit wohl das dorsale gemeint, da die Ventralseite nicht untersucht werden konnte. Es bleibt dann auch die Divergenzlinie an der Ventralseite und das darin gelegene ventrale Konvergenzzentrum unerwahnt. Die Beschreibung der Haarrichtung am Handrücken, und besonders das Auftreten des radialen Handzentrum stimmen mit meinen Befunden sehr gut überein, allein es erwahnt der Autor nicht die haarloose Stelle über dem Handgelenk. Die Ursache davon liegt wohl in den verschiedenen Alter der untersuchten Individuen. Denn, wie ich mich habe überzeugen können an einem jugendlichen Individuum, wird spater auch diese Stelle vom Haarkleid überzogen. Warum an dieser circumscripten Stelle der Durchbruch der Haare verzögert ist, ist mir ratselhaft. Vielleicht ist die Lösung dieser Frage in jener Richtung zu suchen, dass die Behaarung von Hand und Unterarm, an zwei Stellen, unabhangig von einander anfangt, wobei die behaarten Felder einander allmahlig nahem. Die Ausbreitung des Haarkleides würde dann nicht regelmassig in proximo-distaler Richtung sich fortsetzend, vom Unterarm auf die Hand übergreifen, sondern der Handrücken würde ein selbstündiges Territor darstellen, das sekundar mit jenem des Unterarmes zusammenfliesst.

Auch Schwalbe weist auf die Möglichkeit hin, dass die Haarentwicklung nicht regelmassig in distaler Richtung fortschreitet. Er gründet diese Ansicht auf seine Beobachtung dass bei einem Fetus von Macacus fuscatus die Haare am Handrücken starker entwickelt sind als am Ober- und Unterarm.

Ich möchte die Frage stellen, ob dieses Prinzip: Es zerfallt der Haut in verschiedenen Territorien, und jedes Territor ist Zentrum einer selbstandigen Haarkleidanlage, nicht als Erklarungsversuch der Entstehung von Konvergenz- und Divergenzlinien verwendet werden kann. Solehe Linien und Zentra würden dann die Marklinien sein, langs welchen die selbstandigen Haarkleidanlagen einander begegnen, etwa wie die Nahte der Schadeldachknochen, wahrend die Ausstrahlungszentra die Stellen bezeichnen wo die Anlage und Verbreitung Ausgang nahm, also etwa vergleichbar mit den Ossificationszentren der genannten Knochen. Es kommt mir vor dass diese Gedanke wohl verdient durch Untersuchung von Embryonen verschiedenen Alters auf ihre Richtigkeit geprüft zu werden.

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