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dasz sie im Gegensatz zu den Dendriten (die stimulo-petal wachsen), stimulo-fugal oder, besser gesagt, stimulo-konkurrent (mit dem Reiz mitgehend) wachsen, und zwar (wie bekannt) vor der Bildung der Dendriten.

Diese beiden Gesetze hat Bok neuerdings benutzt, die Bildung und die bestimmte Selektivitat in der Ausbildung der motorischen Wurzelverbindungen der Reflex-Bahnen im allgemeinen zu erklaren.

In welcher Weise diese Gesetzmaszigkeiten nun auf die Ausbildung der positiven und negativen Reflexe und deren Bahnen bei verschiedenartigen Eeizungen derselben Hautstelle angewandt werden können, erfordert noch weitere Untersuchungen.

Indessen haben wir in der Mitteilung Boks schon wertvolle Hinweise für die Erklarung des gekreuzten Verlaufes der primitiven sekundaren Sensibilitatsbahn. Bok hat in 1917 darauf hingewiesen, dasz der Reflexbogen veranlaszt wird von dem Effektor, in dem Sinne, dasz dieser alle Reize zu sich zieht, welche infolge seiner Kontraktion den Körper treffen.

Es ist nun klar, dasz, wenn ein Tier (wie das obengezeichnete) in einem an allen Seiten gleichmaszig reizenden Medium liegt (also ohne eine besonders lokalisierte Reizquelle, wie in der Figur) eine, durch irgend einen anderen Einflusz verursachte Kontraktion des linken Muskels die rechte Seite des Körpers nach auszen exponiert, d. i. mehreren und starkeren Einflüssen aussetzt, als die gebeugte Seite.

Die gestreckte Seite wird infolgedessen diejenige, welche die meisten Reize von der Auszenwelt empfangt, und diese Reize werden sich nach den BoKschen Regeln der Reflexbahnbildung korrelieren mit der kontrolateralen Muskelkontraktion.

Ueber den scheinbaren Widerspruch dieser Genese der Reflexbahn mit den Erfahrungen von Uezküll und Magnus, dasz im ausgebildeten Nervensystem ein Reiz geneigt ist in einen erschlafften Muskei hinein zu ziehen, darüber spater !)

In Übereinstimmung mit meiner Auseinandersetzung ist es, dasz die Ausbildung der Bogenfasern, welche (vergl. Fig. 4) den negativen Reflex ermitteln 2), in der Phylogenese der gleichseitigen Reizübertragung und den positiven Reflexen, namentlich der Ausbildung der gleichseitigen sensitivo-motorischen Reflexkollateralen 3) voran geht.

Hiermit in Übereinstimmung ist auch, dasz das Hochhinaufsteigen der gleichseitigen Wurzelfasern erst predominant wird bei höheren Tieren, und dasz es gerade diese Fasern sind, welche mittelst der Hinterstrangkerne und des Zwischenhirns eine Projektion erhalten auf der Rinde, welche bekanntlich das gnostische Zentrum kat' exogen darstellt.

1) Hier sei blosz bemerkt, dasz nach Magnus diese Reflexauslösung bedingt wird durch die Anwesenheit der sensiblen Innervation in der erschlafften Extremitat. Dasz hier ein erschlaffter Muskei-Tonus den Reizstrom anzieht, glaube ich nicht, vielmehr ein Zustand von Reizung jener Gegend durch Reckung. Jedenfalls liegt dabei auch ein den Gesetzen der Neurobiotaxis entsprechendes Korrelat vor.

2) Wie auch der Abwehrreflex des Fuszes und der Zehen (Babinsky) ontogenetiseh alter ist, als die Zuneigung jener Teile zum Fuszsohlreiz.

3) Dieselben entstehen erst beim Frosch (von Lenhossek).

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