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branehiale II. ventrale, die höheren eine vorgeschrittene Rückbildung desselben bis zum völligen Schwund; bei den Letzteren verbindet sich mit der schlangenartigen Ausbildung des Körpers in der Kegel ein mehr oder minder vollkommener Ausfall dieses ventralen Teiles. Ein besonderes Verhalten bieten die beiden nahe verwandten Familien der Agamidae und Iguanidae dar. Hier findet sich, wie schon seit lange bekannt, aber im Detail nicht naher verfolgt worden, eine bedeutende Variirung der Lange und Lage des rechten und linken Cornu branehiale II. ventrale: beide verlaufen bei massiger Ausbildung von einander entfernt zu beiden Seiten der Luftröhre, kommen bei Vergrösserung ihrer Lange einander naher und treten schliesslich bei noch grösserer Lange, welche sie über den grosseren Teil des Halses und selbst über den Anfang der Brust hinabreichen lasst, zu einander in direkte Berührung. Hierbei stützen sie zugleich die mittlere Kehlfalte. Es ist klar, dass es sich bei dieser eigenartigen Verlangerung um kein Zurückkehren zu primitiveren Zustanden, sondern um eine einseitige secundare Differenzierung handelt. — Der dorsale Teil des 2. branchialen Hornes (Cornu branehiale II. dorsale) bildet — mit Ausnahme der oben erwahnten Eublepharidae und Xantusiidae — bei der Mehrzahl der Lacertilia vera nur ein untergeordnetes, in der Rückbildung ziemlich vorgeschrittenes Gebilde. Doch kennt man seit Cuvier (24), Parker (19), Cope (92), Gaupp (98), Beddard (07) und Zavattari (08) einige wenige Zonuridae (Zonurus), Anguidae (Gerrhonotus), Lacertidae (Lacerta) und Scincidae (Trachysaurus, Tiliqua, Lygosoma, Eumeces, Scincus), bei denen deutlich, bei Lacerta individuell sogar recht ansehnlich entwickelte Reste dieses dorsalen Teiles beobachtet wurden. Ich konnte diese Befunde grösstenteils bestatigen und fand auf Grund von gar nicht sehr eingehend und an einem nicht immer tadellosen Material durchgeführten Untersuchungen eine viel weitere Verbreitung dieses Cornu branehiale II. dorsale bei den Geckonidae, Uroplates, Uromastix und einigen anderen Agamidae und Iguanidae, Zonurus, den Anguidae, Heloderma, Tupinambis, Lacertidae, Zonosaurus und Scincidae in den verschiedensten Abstufungen der Grosse, Gestalt und Lage bis herab zum mikroskopischen Befunde, und ich bezweifle nicht, dass geflissentlich auf seine Existenz angestellte Beobachtungen es noch bei vielen anderen Lacertiliern werden finden lassen. Auch zeigt sich eine deutlich ausgesprochene Selbstandigkeit in der Ausbildung und Rückbildung des ventralen und dorsalen Teiles: oft entsprechen sie sich hierin gegenseitig, es kann aber auch vorkommen, dass der ventrale noch besser entwickelt ist als der dorsale oder dass das gegenteilige Verhalten sich findet.

Die Lage des Hyoidkörpers sensu strictiori (excl. Processus lingualis) zéigt den Luftwegen gegenüber einen grossen Wechsel. Bei Dibamus entspricht sie der des Kehlkopfes (Cricoid), bei den meisten Geckonidae, Eublepharidae und Uroplates, sowie bei Acontias vornehmlich der der ersten Trachealringe und zum Teil des hinteren Endes des Cricoid, bei den meisten anderen Lacertilia vera liegt er in mannigfachen Varianten dem 4. bis 9., bei Varanus dem 22. bis 25. Trachealringe an. Kehlkopf und Trachea finden sich somit bei den am tiefsten stehenden Familien, sowie bei gewissen schlangenahnlichen Lacertiliern im Verhaltnis zum Hyoid weiter hinten als bei den höheren Familien derselben. Dies bildet auch eine gewisse vergleichend anatomische Parallele zu den ontogenetischen Befunden von Kallius (01), deibei seinen jüngsten embryologischen Stadiën von Lacerta muralis den Aditus laryngis ziemlich weit hinter (caudal von) dem Hyoidkörper, noch caudal von der verganglichen hinteren Fortsetzung (Urostyl) desselben, im nachsten Stadium am hinteren Rande des Körpers, in einem noch alteren Stadium in seiner Mitte und beim ausgebildeten Tiere rostral vor dem Körper beobachtete. In der von mir angegebenen Reihe dürften die am tiefsten stehenden eidechsenartigen Sauriër die ursprünglicheren Verhaltnisse wiedergeben, wahrend die schlangenartigen Gattungen Acontias und Dibamus vermutlich auf dem Wege einer secundaren Rückwanderung der Luftwege zu ihrer jetzigen Lage des Cricoides gekommen sind. Varanus mit seinem sehr weit rostralwarts vorgerückten Kehlkopfe steht ganz ausserhalb der übrigen Reihe und bezeugt auch in diesem Punkte seine besondere Stellung innerhalb der Lacertilia, auf die verschiedene Autoren und ich selbst in früheren Veröffentlichungen hinweisen konnten und die ihn selbst zu einer besonderen, den Mosasauria nahe stehenden Unterordnung erheben liess.

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