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Wege fand ich (00) in anderen Organgebieten gewisse Ahnlichkeiten mit Uroplates und postulierte darauf eine natürlich nicht zu überschatzende Verwandtschaft mit diesem primitiven Sauriër, derart, dass die Wurzel der Chamaeleonten sich in der Nahe derjenigen von Uroplates befunden haben möge. Boulenger (01) hat diesen Versuch zurückgewiesen, Werner (12) dagegen unter Herbeiführung weiterer Argumente gestützt. Das Hyoid ist der von Werner und mir angenommenen Verwandtschaft nicht gunstig; zum Teil mogen auch secundare Convergenzen von uns zu Gunsten einer Affinitat verwendet worden sein. Weitere Untersuchungen erweisen sich als nötig.

5. Ophidia.

Bekarmtlich wird von den Zooiogen und Palaontologen ziemlich allgemein und mit guten Gründen angenommen dass Lacertilier und Ophidier relativ nahe Verwandte sind; beide werden auch von vielen Herpetologen als Ordnungen der Sectio Streptostylica oder als Unterordnungen des Ordo Lepidosauria s. Squamata aufgefasst. Hierbei stellt man die Lacertilier (Sauriër) als die Ausgang gebende Abteilung auf und lasst die Ophidier sich in einseitio-er Weise von ihrer Wurzel abzweigen. Zugleich wurden früher nach Joh. Müller's Vorgange die in ihrer Kieferbtldung den Lacertiliern naher stehenden Angiostomata als primitivere, die von diesen ableitbaren Eurystomata als höhere Unterabteilung der Ophidier angenommen, wobei jedoch eine auf wirklich genetischer Grundlage ruhende Genealogie nicht nachweisbar war. Boulenger (93—96), dessen System mir übrigens nur durch Gadow's Bearbeitung der Amphibien und Reptilien (Of) bekannt geworden, löst diese Unterabteilungen auf und statuiert 9 auf einander folgende Familien (s. unten), von denen die 4 ersten den Engmaulern und die 5 letzten den Weitmaulern Müllers entsprechen.

Das Zungenbein der Ophidier hat die Bearbeitung einer geringeren Zahl von Untersuchern gefunden als dasienige der Lacertilier; ich nenne von diesen nur Cuvier (24, 38), Meckel (29), Joh. Muller (31), d'Alton (34), Losana (34), Rathke (39), Stannius und Peters (56), Leydig (83), Walter (87), Hoffmann (90), MoKay (90), Gegenbaur (98), Goppert (99), hinsichtlich der Entwickelungsgeschichte Rathke (39), Parker (78) und Peyer (12), und verweise im Übrigen auf die zusammenfassenden Darsteliungen von Gaupp (05) und die bekannteren Lehrbücher der vergleichenden Anatomie. Auch die benachbarten Teile, Columellarapparat, Zunge und Kehlkopf, sind Objekte wiederholter Untersuchungen gewesen, von denen hier nur diejenigen von Henle (39), Minot (80), Ludwig Ferdinand Prinz von Bayern (84), Gadow (88), Goppert (99), Müller (05) und Okajima (15) angeführt seien.

Ich selbst habe nicht viele Schlangen bearbeitet und verfüge mit den in der Literatur angegebenen.nur über Beobachtungen an 31 Arten (verschiedene in mehreren Individuen), die sich nach den Familien folgendermassen verteilen:

1. Typhlopidae (2). 4. Uropeltidae (1). 7. Golubridae (12).

2. Glauconiidae (0). 5. Boidae (5). 8. Amblycephalidae (0).

3. Ilysiidae (2). 6. Xenopeltidae (1). 9. Viperidae (8).

Der Bau des Hyoides der Schlangen ist ein ungemein einfacher und von dem des Zungenbeines der Lacertilier erheblich abweichender, so dass aus ihm allein die Verwandtschaft beider Ordnungen nicht erschlossen werden könnte. In seiner bisher bekannten vollkommensten Ausbildung besteht es aus zwei mehr oder minder langen Knorpelfaden, einem rechten und linken, die langs der Trachea oder in ihrer Nachbarschaft verlaufen und vorn durch einen schmalen bogenförmigen und gleichfalls knorpeligen Querschenkel verbunden sind, welcher sich ventral über die Trachea legt, bei seiner Feinheit ihr aber nicht als Stütze oder Schutz dienen kann. Verknöcherte Teile fehlen ihm, soweit bisher bekannt, ganz, doch kann der Knorpel Verkalkungen darbieten. Mit dem Schadel hat das Zungenbein keine Verbindung, ist vielmehr bei seiner ventralen und weit nach hinten erstreckten Lage von ihm recht entfernt.

Es macht keine Schwierigkeit, die beiden Knorpelfaden als Hörnerpaar und den sie vorn verbindenden Querschenkel als Körper zu deuten; schwieriger ist die Frage zu beantvvorten, welchem Hörnerpaar der Lacertilier das der Ophidier entspricht.

Auf embryologischen Beobachtungen von Rathke (39), Parker (78) und Peyer (12) fussend, ist dasselbe als Cornu hyale aufgefasst worden, so auch von Gaupp (05), doch nicht mit Bestimmtheit, da die Angaben der Embryoiogen nicht lückenlos sind bezw. mit zu spaten Stadiën beginnen und über die bedeutende Umlagerung des von ihnen angegebenen Hyoidbogens nach hinten, die man annehmen muss, um zum wirklichen Vergleiche zu gelangen, keine genügende Auskunft geben. McKay (90) hat daher dieser Auffassung nicht zugestimmt und das Horn als Cornu branehiale II. gedeutet, wofür ihm der ventrale nach hinten gehemde Lüngsverlauf neben der Trachea und der Verband mit der Muskulatur bestimmend war. Ich neige mehr einer Deutung als Cornu branehiale I. zu, worin ich auch einen Vorganger in Losana

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