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posteidor); die vorderen können entsprechend der Reduction der Cornua hyalia sehr zurückgebildet oder verschwunden sein. Von der Mitte des Vorderrandes erhebt sich der Processus lingualis, der gegenüber dem der Lacertilier in der Regel erheblich an Lange zurücktritt. Bei Testudo ist er relativ am langsten und besten, bei Chelone, Pelomedusa und einzelnen Vertretern der Trionychidae leidlich entwickelt; die Mehrzahl der Chelonier zeigt ihn nur schwach entfaltet und wenig vom Körper abgesetzt. Auch ist er derjenige Teil des Körpers, der meist am spatesten und bei vielen Arten nicht vollstandig oder gar nicht verknöchert. Fuchs (07) und Kunkel (12) beobachteten in frühen embryonalen Stadiën wie bei dem Körper auch beim Proc. lingualis eine paarige Anlage.

Das Cornu hyale repr&sentiert eine unbedeutende Bildung, die meist in Gestalt einer kleinen dreieckigen Knorpelplatte bindegewebig oder faserknorpelig mit dem Proc. lateralis anterior des Körpers verbunden ist; bei alteren Exemplaren von Emys orbicularis wird Verknöcherung beschrieben. Bei Platysternum, einigen Testudinidae (Mcoria, Testudo), den meisten Chelyidae (excl. Emydura) und den Trionychidae fehlt es oder wird es als fehlend angegeben; doch fanden es Ogushi (11) bei Trionyx sinensis und ich bei Tr. muticus als recht kleine Knorpelplatte. Bei jüngeren Embryonen von Emys orbicularis sahen Fuchs (07) und Kunkel. (11, 12), dass es mit dem Körper in knorpeliger Continuitat stand; Parker (80) beobachtete es bei einem alteren Embryo von Chelone mydas relativ etwas langer als bei einem nahezu reifen Jungen. Bender (11, 12) gelang bei Testudo graeca der wichtige Nachweis eines continuirlichen Verbandes des zu dieser frühen Zeit noch langen Hornes (Zungenbeinbogens) mit dem Interhyale und der Columella im Chondroblastem-Stadium; derselbe löste sich aber sehr bald, bereits vor der Jungknorpelbildung. Dieser Bef und kennzeichnet genugsam, dass die Chelonier den ursprünglichen Zusammenhang des Hyoidbogens mit dem columellaren Apparat viel früher als die Lacertilier aufgegeben haben.

Das Cornu branehiale I. ist nach Umfang, Leistungsfahigkeit und früher Entwickelung das Haupthorn des Zungenbeins der Chelonier und zugleich der einzige Teil desselben, der bereits beim Embryo verknöchert. Es bildet im fertigen Zustande einen langen und kraftigen Knoehenstab, meist von überwiegend rundlichem Querschnitt, bei nicht wenigen Vertretern aber im distalen Bereiche oder in seiner ganzen Lange (z. B. bei Chelys) auch abgeplattet. Sein Verlauf geschieht in caudal-lateraler Richtung, seltener geradlinig, meist im Bogen oder in winkeliger Knickung. Am Ende geht es in eine kurze knorpelige Epiphyse über. Hier ist es auch bei der Mehrzahl der Schildkröten mit einem besonderen, bereits Bojanus (1819—21) bekannten Knorpelstück, Epibranchiale I. (Siebenrock), verbunden, das nach Fuchs' und Kunkel's Untersuchungen an Emys orbicularis bereits im embryonalen Leben sich von dem Branehiale I. abgliedert, im Alter bei gewissen Chelyidae (Chelys, Hydraspis) auch verknöchern kann. Dieses Epibranchiale reprasentiert ein Gebilde, das auf primitive Verhaltnisse der Chelonier hinweist.

Das Cornu branehiale II. fehlt keiner Schildkröte, steht aber hinsichtlich seiner erst postembryonal erfolgenden Verknöcherung hinter dem 1. Branchialhorn zurück. Auch ist es bei der Mehrzahl der Chelonier, namentlich bei den Abteilungen, die als die niedrigeren und ursprünglicheren anzusehen sind (Cryptodira), sowie bei den primitiveren Formen der Chelyidae (Chelodina, Emydura) kleiner oder wenigstens kürzer als das Cornu branehiale I. und zugleich einem grosseren Wechsel unterworfen als dieses. Gleich lang oder selbst grösser als das 1. Branchialhorn findet es sich dagegen bei der Mehrzahl der Pleurodira und Trionychidae, also bei denjenigen Schildkröten, welche als die höheren und einseitiger entwickelten angesprochen werden dürfen; hier zeigt es auch oft platte, selbst blattartige Configurationeu. Seine Richtung und sein Verlauf zeigen eine gewisse Parallelitat zu denen des Cornu branehiale L, von der aber sehr oft abgewichen wird. Bei gewissen Arten von Testudo, sowie bei Chelone und Dermochelys ist bisher noch keine Verknöcherung gefunden worden; sie findet hier vielleicht im hohen, bisher noch nicht untersuchten Alter statt. Bei Emys. orbicularis ossificiert das Horn früher als der Körper des Zungenbeins. Weitergehende und verhaltnismassig früh einsetzende Verknöcherungen bieten die höheren Chelonier (Pleurodira und

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