Tekst
Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Masse auch für den zweiten. Ueber die Sprachkenntnisse Abel Wills ist viel gestritten; dass seine Uebersetzung im Allgemeinen gut genannt werden kann, das haben sehr wenige Forscher geglaubt. Am meisten wird dieselbe von Ed Hermann Kuhns Zeitschrift 47, 147 ff. gelobt. Bezzenberger und Trautmann, die Will den Angriffen anderer Forscher gegenüber in den Schutz genommen haben, gehen ganz richtig von dem Standpunkte aus, dass man nicht bloss auf die schlechten, sondern auch auf die guten Qualitaten der Arbeit achten soll; dass die Uebersetzung in vielen Punkten in schlechtem Altpreussisch abgefasst ist, das leugnen sie nicht. Ich halte es nicht für nötig, ausführlich auf diese Frage einzugehen; denn, ob wir den Text für etwas besser oder etwas schlechter halten, auf jeden Fall müssen wir denselben, so wie er überliefert ist, zugrundelegen; und keiner Theorie zuliebe dürfen wir Uebersetzungs- oder Druckfehler annehmen.

Nun liegen aber an mancher Stelle solche Fehler zweifellos vor; die Schwierigkeit liegt also darin, in jedem einzelnen Falie zwischen Sicherheit und Vermutung zu unterscheiden. Ich glaube so vorsichtig gewesen su sein wie nur möglich ist und den Text nicht unnötigerweise vergewaltigt zu haben. Eins dürfte festetehen: dass Will im Allgemeinen wörtlich übeTsetzt hat. Dieser Umstand macht es leider in vielen Fallen unmöglich auszumachen, ob ein Germanismus vom Uebersetzer herrührt oder in der preussischen Sprache des 16. Jhs. wirklich bestanden hat. Auf jeden Fall ist Will kein Uebersetzer des ersten Ranges gewesen. Seine Aufgabe war allerdings sehr schwer; aber war diejenige Kyrills soviel leichter? Mit dessen Uebersetzungstechnik lasst diejenige Abel Wills sich absolut nicht vergleichen.

Bekanntlich gehören die Sprachdenkmaler des Altpreussischen verschiedenen Mundarten an. Ausser Grunaus Verzeichnis von Wörtern und den in verschiedenen Quellen überlieferten Eigennamen und sonstigen Vokabeln besitzen

Sluiten