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als Prafix: nadewisin „Seufzen", nadruwisnan „Hoflhung", naseilliwingiskan „geistlich" (je 1 X). Neben dieser letzten Form ist noseïlewingishan (1 X) belegt, das sich an noseilis anschliesst; ausserdem liegt no- bloss in nowaitiauns „nachgeredet habend" (1 X) vor.

Meines Erachtens lassen sich die vorliegenden Verhaltnisse am besten durch die Annahme erklaren, dass das in den drei Katechismen vorkommende na, na- die lautgesetzliche samlandische Form ist, wahrend no, no- eine Neubildung der Mundart Wills sein wird. Wie dieselbe entstanden ist? Ich möchte Beeinflussung durch po vermuten.

Dieser selbe Einfluss dürfte auch pro ins Leben gerufen haben, das zweimal im Enchiridion vorkommt, neben viel haufigerem pra „durch, für". An einer dieser beiden Stellen, wo pro vor einem Infinitiv steht und das deutsche „zu" übersetzt {pro póbaiïnt 55, 18), liegt die Vermutung nahe, dass pro ein Fehler für prei sei. Nesselmann Die Sprache der alten Preussen 123, Bezzenberger KZ. 44, 303 haben auch an der andern Stelle {prosion Swintan Nuseilin 73, 8 „durch den Heiligen Geist") pro für einen Druckfehler erklart. Die Möglichkeit, dass sie recht haben, ist nicht zu leugnen; anderseits aber macht das unleugbare Vorkommen eines Prafixes pro- ihre Ansicht sehr unsicher. In I und II sind pra oder pro als Praposition nicht belegt, wohl aber als Prafix: prowela „verrieten" (I, II); proklantüz „verdammt" (I; II hat hier preclantyts); praliten „vergossen" (II; I hat hier pallelan); im Ench. kommen vor: prolieiton, proleiton (zusammen 3 X), pralieiton (l X) „ vergossen", prabutskas, prabutsias „ewig" (auch andere Kasus, und ein fem. Substantiv pra-, prabutskan Akk.; öfters), prahaisnan (1 X) „Schweiss", pramadlin (1 X) „Fürbitte", prawedduns (1 X) „durchgeführt habend", prawilts (1 X) „verraten".

Aus den vorhergehenden Verzeichnissen von Formen ergibt sich, dass die Verteilung von pra, pra- und pro, proeine andere ist als diejenige von na, na- und no, no-. Dieser

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