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Periode der litauischen und der lettischen Sprache auftretenden Prafixe pra-, pa- ware dann eine ahnliche Vokalkürzung anzunehmen wie für nu-.

Wir kehren zu unserm Ausgangspunkt zurück. Ich hoffe es wahrscheinlich gemacht zu haben, dass das Samlandische eine Praposition — auch als Prafix gebraucht —- na besessen hat, die (trotz des Bedeutungsunterschiedes; s. Bezzenberger KZ. 44, 304) mit lit. nu identisch war. Dieses na bestatigt unsere Annahme, dass saml. dat dem Ut. duti entspricht. Wie die verschiedene Behandlung des urbaltischen ö in dat, na einerseits, tickrömai, peröni anderseits zu erklaren sei, das verstehe ich ebensowenig wie Berneker 152 f.

Wir haben es offenbar im Samlandischen ebenso wie im Litauischen mit einer doppelten Vertretung des indogerm. ö zu tun. Im Litauischen tritt gewöhnlich ü auf; die Wörter mit o (urlitauisch a) aus ö hat man auf verschiedene Weisen zu deuten versucht, 68) bisher ist aber für solche Falie wie vóka8 „Augenlid" (: slav. vëko), mólis „Lehm" (: slav. mëlü), èmónèê „Leute", tllto „der Brücke", soviel ich weiss, keine befriedigende Erklarung gegeben. Wenn dem lit. ü überall ein saml. o, dem lit. o ein saml. a (oder daraus nach Lab. und Gutt. entwickeltes o, u) entspraehe, so ware es klar, dass das indogerm. ö sich in der urbaltischen Periode in zwei Laute gespaltet hatte; jetzt aber, wo den lit. Wörtern dmti, nu, im Samlandischen dat und na gegenüberstehen, bleibt die urbaltische Entwicklung des idg. ö uns vollstandig dunkel. Es ist wohl am einfachsten, neben urbaltischem a (aus idg. a) ein ö (aus idg. ö) anzusetzen und dann weiter anzunehmen, dass in jedem der beiden Zweige der baltischen Sprachfamilie das ö sich in zwei Laute gespaltet hat, wovon einer mit a zusammenfiel, der zweite von diesem Vokal verschieden blieb. 69) Das ist allerdings keine Erklarung, sondern nur die Formulierung eines ungelösten Problemes.

In einem Falie ist offenbar ö nach allen Konsonanten

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