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nijkiku als einen Dual auf. Das ist angesichts des Fehlens sicherer Spuren dieses Numerus sehr unwahrscheinlich (s. Trautmann 219). Vielmehr ist malnijkiku mit Berneker 192 und Trautmann 219 als eine neutrale Form auf idg. urbalt. -a aufzufassen. Dass eine solche Form nur bei éinem Worte überliefert ist, das stimmt vorzüglich zu den sonstigen armlichen Resten der neutralen Nominalflexion. Der einzige mit Sicherheit im Enchiridion belegte Nom. Sg. eines «-Neutrum ist gijwan, gitoan „Leben". I47) I und II haben ausserdem testamentan, bezw. testamenten „Testament"; in der Sprache Wills war dieses Wort mannlich geworden, — und auch andere Maskulina sind gewiss alte Neutra, so z. B. wirds, wirds „Wort"; vgl. got. waurd N., lat. verbum N. Offenbar war im Samlandischen des 16. Jhs. das Neutrum im Aussterben begriffen, und in der Sprache Wills war dieser Prozess etwas weiter fortgeschritten als in derjenigen von I und II. Zu diesem im Singular klar zutage tretenden Uebergangsetat stimmt vóllkommen das Vorkommen einer sachlichen Pluralform bei nur éinem Worte. Das Deminutivum malnijkiks (-ix, -ixs) wird ein ursprüngliches Neutrum sein; vgl. die aus dem Elb. Vokab. bekannten Deminutiva auf -ian: maldian „Füllen" usw.; s. Burda aaO. 405, Berneker 267, Trautmann 215.

Aus dem Vorhergehenden ergibt sich, dass das Enchiridion ebenso wie das Elb. Vokab. auf einen gemein-altpreuss. Gegensatz: N. Pl. M. -ai: N. Pl. N. -a, hin weist. Die Form malnijkiku hat für diese Frage einen besondern Wert. Solmsen und Endzelin haben das verstanden (s. oben S. 100 f.), und auch wohl Trautmann, obgleich dieser auf eine für mich unbegreifliche Weise das Vorhandensein dieser Form auf urbaltisches -a als eine Stütze für die Ansicht, dass -ai eine Neutralendung sei, betrachtet, — gerade umgekehrt als Solmsen und Endzelin. Wenn Meillet die Form malnijkiku nicht vollstandig ignoriert hatte, so hatte er wohl auch dem „pomesanischen" Gegensatz -ay (-oy): -o die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet, und

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