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aber dieser das preussische Verbalsystem nicht in einer Grammatik, sondern in einem Aufsatz (KZ. 41, 84 ff.) behandelt, wo er natürlich vollstandig frei war, seinen eigenen Ausgangspunkt und sein eigenes Einteilungsprinzip zu wahlen. Er ist vor allem bestrebt, den altest erreichbaren Grundformen auf die Spur zu kommen. Damit hangt es zusammen, dass seine Klassifikation der Modi sich nicht auf die syntaktischen Verhaltnisse des in unsern Texten überlieferten Altpreussischen, sondern auf diejenigen einer weit zurückliegenden „indogermanischen" Periode stützt. So widmet er dem preussischen Imperativ keinen speziellen Abschnitt, sondern die Formen dieses Modus, die ja formell dem indogermanischen Injunktiv und Optativ entstammen, sind in den diesen beiden Modis gewidmeten Kapitein behandelt. Vollstandig konsequent verfahrt Bezzenberger allerdings nicht: dann hatte er auch Indikativformen wie polinka, laiku zum Injunktiv rechnen müssen.

Eine solche in einem wissenschaftlichen Aufsatz begreifliche Behandlungsweise taugt nicht für die Grammatik einer Einzelsprache. Das hat Trautmann gewissermassen gefühlt: er hat ja dem Imperativ ein besonderes Kapitel gewidmet. Darin wird aber bloss ein Teil der preussischen Imperativformen behandelt, und zwar diejenigen, die auf indogermanische Optativformen zurückgehen; die übrigen Imperative, d. h. diejenigen vom Typus ieïks, endiris werden im Abschnitt über den „Injunktiv" besprochen. Es scheint Trautmann selber entgangen zu sein, wie inkonsequent er verfahrt: dass er mit einem Fuss auf dem historischen Boden des Preussischen, mit dem andern auf dem prahistorischen der indogermanischen Grundsprache steht. Dass er die Ergebnisse von Bezzenbergers Untersuchung — die er hie und da kritisiert und modifiziert — zur Begründung seines eigenen Modussystems benutzt, das ist sehr lóblich; er hatte aber bedenken sollen, dass die Grammatik einer Einzelsprache ihr Material nicht zugleicherzeit nach zwei einander gerade entgegengesetzten Prinzipen in

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