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KAPITEL X.

Die i. Person Plural auf -imai und der Stammesauslaut des Indikativs.

Beinahe alle in den samlandischen Texten vorkommenden Formen der X. Person Plural gehören dem Indikativ Prasens an. Wenn Bezzenberger KZ. 41, 116 ff., Trautmann 283 ff. viele von diesen Formen zum Injunktiv rechnen, so bedeutet das einfach, dass diese Formen in konjunktivischer Bedeutung verwendet werden. Formell sind sie mit den Indikativformen identisch, und wir dürfen sie ohne Weiteres zum Indikativ rechnen. S. S. 128 f.

Eine 1. Person des Optativs liegt in dem einmal vorkommenden turrilimai „müssten" (71, 11) vor. Berneker 227 betrachtete es als einen Fehler für Hurrïlaimai, wahrend Bezzenberger KZ. 41, 112 immimai verglich, m. a. W. turrilimai nach der Proportion (eb-)immai: immimai (oder etwa po-gannai: po-gautiimai, pidai: pidimai) = tnrrilai: x erklarte. Diese Auffassung wird wohl richtig sein. Ein mitwirkender Umstand dürfte der Différenzierungstrieb gewesen sein, der danach strèbte, den Gleichklang der Silben lai und mai zu beseitigen.

Bezzenberger aaO. 121 möchte auch enwacJcëimai „(dass) wir anrufen" und waidleimai „(dass) wir zaubern" als Optativformen auffassen, indem er auf die litauischen Formen praschitumlim, ftolinetumbim hinweist, die Willent an der entsprechenden Stelle seiner Uebersetzung des Enchiridions verwendet. Diese Auffassung kommt mir sehr geslicht vor. Damit ein jeder urteilen könne, führe ich den deutschen Text, so wie er im preussischen Enchiridion abgedruckt

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