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ger, dass ich aber den Umfang derjenigen Klasse, die diesé Endungen von jeher besessen hat, für viel kleiner halte. Was -imai anbetrifft, so hat das Bestreben sich geltend gemacht, diese Endung auf alle proparoxytonierten Formen thematischer Verba auszudehnen. Weil der ursprüngliche Umfang der ai:*-Klasse sich nicht mehr feststellen lasst, wird es unmöglich sein, meine Klasseneinteilung S. 136 f., welcher die litauischen Verhaltnisse zugrunde liegen, durch eine bessere zu ersetzen, obgleich dieselbe nicht ganz richtig ist. — Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, dass bei der Verbreitung von -ai10*) einige mitwirkende Faktoren im Spiele gewesen sind. So könnte man an Beeinflussung durch die 3. Ps. Opt. auf -lai denken, — auch die Endung -mai der 1. Pers. Plur. könnte Einfluss gehabt haben. Der Ursprung dieses -mai ist unsicher. Ich glaube nicht mit Porzezinskij K istorii form spr'azenjja v baltijskich jazykach 53, dass apr. -mai, lit. -mé-s eine nach der Analogie von Singularformen gebildete Endung sei; s. Archiv f. slav. Phil. 36, 113 f. Wie man aus Porzezinskij aaO. 51 ff. ersehen kann, gibt es im Baltischen einige Ausgange der 1. Ps. Pl., welche samtlich ein m und nach diesem m verschiedene Vokale haben. Möglicherweise hat das Preussische einige Zeit die Endungen -ma und -mai nebeneinander besessen; soll te das der Fall gewesen sein, so könnte dieser Umstand ein mitwirkender Faktor bei der Verbreitung der Endung -ai der 3. Ps. gewesen sein.

Dass auch Einfluss von Prasentien wie et-trai „antworten", peisai „schreiben", peisai „schreibt" anzunehmen sei, glaube ich nicht. Diese Formen haben wohl -ai &xia-aja(t) oder -aje(t) ,os) (vgl. lit. stója) und ihr -ai hatte wohl eine andere Intonation und Quantitat als für -gaunai usw. anzunehmen ist. 2 oe) Mit et-trai steht wohl auch kelsai „lauten" auf éiner Linie, welches sich zu kaltza „id." verhalten dürfte wie lit. biloja zu bïlo\ s. S. 16.

Bisher behandelte ich die Prasentia auf -ai, ohne auf die Praterita mit diesem Ausgang Rücksicht zu nehmen.

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