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F. ELEGIEËN. 43. Der Spaziergang.

Sei mir gegrüszt, mein Berg mit dem röthlich strahlenden Gipfel! Sei mir Sonne gegrüszt, die ihn so lieblich bescheint! Dich auch grüsz' ich, belebte Flur, euch sauselnde Linden, Und den fröhlichen Chor, der auf den Aesten sich wiegt; Ruhige Blaue, dich auch, die unermeszlich sich ausgieszt Um das braune Gebirg, über den grünenden Wald, Auch um mich, der, endlich entflohn des Zimmers Gefangnisz Und dem engen Gesprach, freudig sich rettet zu dir.

Deiner Lüfte balsamischer Strom durchrinnt mich erquickend,

Und den durstigen Bliek labt das energische Licht.

Kraftig auf blühender Au erglanzen die wechselnden Farben,

Aber der reizende Streit löset in Anmuth sich auf.

Frei empfangt mich die Wiese mit weithin verbreitetem Teppich;

Durch ihr freundliches Grün schlingt sich der landliche Pfad.

Um mich summt die geschaftige Bien', mit zweifelndem Flügel

Wiegt der Schmetterling sich über dem röthlichten Klee,

Glühend trifft mich der Sonne Pfeil, still liegen die Weste,

Nur der Lerche Gesang wirbelt in heiterer Luft.

Doch jetzt braust's aus dem nahen Gebüsch; tief neigen der Erlen

Kronen sich, und im Wind wogt das versilberte Gras:

Mich umfangt ambrosische Nacht, in duftende Kühlung

Nimmt ein prachtiges Dach schattender Buchen mich ein.

In des Waldes Geheimnisz entflieht mir auf einmal die Landschaft,

Und ein schlangelnder Pfad leitet mich steigend empbr.

Nur verstohlen durchdringt der Zweige laubigtes Gitter

Sparsames Licht, und es blickt lachend das Blaue herein.

Aber plötzlich zerreiszt der Flor. Der geöffnete Wald gibt

Ueberraschend des Tags blendendem Glanz mich zuriick.

Unabsehbar ergieszt sich vor meinen Blieken die Ferne,

Und ein blaues Gebirg endigt im Dufte die Welt.

Tief an des Berges Fusz, der gahlings unter mir abstürzt, Wallet des grünlichten Stroms flieszender Spiegel vorbei. Endlos unter mir seh' ich den Aether, über mir endlos, Blicke mit Schwindeln hinauf, blicke mit Schaudern hinab. Aber zwischen der ewigen Höh', und der ewigen Tiefe KALFF, Bloemlezing van lyrische poëzie. 4

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