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Betatigungen und ist selbst in stetem Wechsel begriffen. Zu den Zustanden gehören auch menschliche Charaktere und Persönuchkeiten, insofern sie Ausbildung und Betatigung bedeuten. Die menschlichen Anlagen und materieile Objekte gehören nur mittelbar in die Oeschichte, insofern sie Ursachen bzw Wirkungen der Betatigungen sind.

3) nach der Einheit der Betatigungen in solche mit innerer Einheit (z. B. Gebet, Charakter eines Menschen oder Volkes, Schlacht, Kulturzustand) und solche mit au Berer Einheit (z. B. Aufruhr, Ereignisse einer bestimmten Zeitperiode).

4) nach dem Verhaltnis zu anderen ahnlichen Betatigungen in singulare (individuelle), typische d. h. solche Betatigungen, die uns den Durchschnitt dessen veranschaulichen, was gewisse bestimmte Klassen in gewissen Zeiten geleistet haben, und kollektive d. h. solche Betatigungen, die durch ein auBeres oder inneres Band zu einer Einheit verbunden sind.

7. 2. Das Formalobjekt der Oeschichte: die Entwicklung. Die Geschichte betrachtet die Betatigungen nicht in ihrem raumlichen oder zeitlichen Bei- bzw Nebeneinandersein, sondern in ihrer Entwicklung. Die einzelnen Betatigungen sind namlich die Resultante einer Reihe von Faktoren und sie selbst wirken wieder als Ursachen auf andere neue Betatigungen. So bestehen zwischen den Betatigungen wechselvolle Beziehungen, welche die einzelnen Betatigungen zu kleineren und diese wieder zu gröBeren Entwicklungskomplexen zusammenfassen und die gesamten Reihen der groBen Entwicklungskomplexe zum groBen Ganzen der Menschheitsgeschichte verbinden. So erscheint uns der geschichtliche Verlauf als ein groBes Gewebe von Betatigungen, in dem die einzelnen Faden die Handlungen darstellen. Die Geschichtswissenschaft hat demnach den konkreten Zusammenhang der einzelnen geschichtlichen Tatsachen unter sich und den Zusammenhang der gröBeren Ereignisgruppen zu erforschen und darzustellen. Es ist deshalb aus der Mannigfaltigkeit des Geschehenen das herauszusuchen, was zu dem einheitlichen Ganzen eines Erscheinungskomplexes wesentiich gehort, was zu dessen Zustandekommen wesentiich beigetragen hat Die Auswahl wird durch die Beziehung des jeweiligen materiellen Objektes zur Entwicklung des Ganzen geleitet Diese Auswahl vollzieht sich standig durch Werturteile, die ihrerseits an objektiven Normen zu messen sind, die innen selbst objektive Gültigkeit und Wahrheit verleihen (s. Metaphysik der Geschichte).

8. Nunmehr können wir die Geschichte definiëren als die Wissenschaft von der Entwicklung der Menschen in ihren Betatigungen als sozialer Wesen oder die Wissenschaft, welche die irgendwie sozial bedeutsamen Betatigungen der Menschen als sozialer Wesen in ihrem kausalem Zusammenhang erforscht (vgl. Bernheim).

Historisch (geschichtlich) nennen wir 1) alles, was in der objektiven Ordnung als Einzelfaktum tatsachlich geschehen ist oder zustindlich war und für uns Gegenstand der Erkenntnis ist (hist. Vorgang, hist. Ereignisse, hist Kulturzustand); 2) alles, was in der objektiven Ordnung eine Beziehung zum tatsachlich Oeschehenen hat (hist. Ursachen, Wirkungen, Kontraste); 3) alles, was in der subjektiven Ordnung eine Beziehung zu den historischen Tatsachen hat (hist. Wahrheit, Kritik, Methode).

NB. Falsche Definitionen der Geschichte s. bei Bernheim 19 ff. 87 ff.

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