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62. Vertreter der spatern Blüteperiode sind Hermaan von Reichenau, der Verfasser eines Chronicon, einer bedeutenden Weltchronik bis 1054, z. T. nach persönlichen Eriebnissen, Lambert von Hersfeld, Herausgeber von Annalen (bis 1077), die besonders von 1040 an wegen der Berichte von Augenzeugen wichtig, aber nicht immer zuverlassig sind, Adam von Bremen (t 1076), der erste und beste Geschichtschreiber des nördlichen Deutschlands (Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum), Ekkehard von Aura bei Kissingen (t c 1130), dessen Weltchronik (gröBerer Teil von Frutolf von Michelsberg) stofflich die vollendeste des MA und die Hauptquelle für 1080—1125 bildet, Otto von Freisingen (t 1158), Verfasser einer Chronik De duabus civitatibus, einer geschichtsphilosophischen Darstellung nach dem Vorbild des hl. Augustinus, und der Gesta Friderici unter Benützung vieler Akten.

63. Byzanz erlebte eine Renaissance kritischer Studiën unter dem EinfluB der 863 gegründeten Universitat von Konstantinopel. Als Hauptvertreter gelten Plwtios (f 891), der Verfasser verschiedener Lexika und der Bibliothek, Arethas von Kaisareia (t 939), der Herausgeber von Plato, Euklid, Pausanias, der griechischen Apologeten usw, Konstantinos Porphyrogennetos (Kaiser912—-959), Verfasser groBer Exzerptenwerke, bes. einer historischen Enzyklopadie (53 Bde), Suidas (10. Jahrh.), Autor eines bedeutenden Lexikons, Zonaras (12. Jahrh.), Verfasser der 'Exiro/iij htoQi&r, einer Weltchronik, die bis 1118 reicht und wichtig ist wegen vieler jetzt verlorener Quellen.

64. 3. Das 13. n. 14. Jahrh. Im ganzen herrschen zusammengetragene Weltchroniken ohne Kritik vor. Ein Fortschritt zeigt sich in der Pflege der Stadtchroniken, der Territorialgeschichte, der Anwendung der Nationalsprachen (z. B. sachsische Weltchronik, florentinische Geschichtschreibung).

3. Die Neuzeit.

65. 1. Das 15.—17. Jahrh. In diese Periode fallen die Anfange der systematischen Ausbildung der Methodik. Zu den fördernden Faktoren gehören vor allem

1) der Humanismus oder jene geistige Bewegung, die um das Ende des 14. Jahrhunderts entstand und eine Erneuerung antikklassischer Bildung in Schule und Leben, mancherorts in antichristlichem Sinne, anstrebte. Seine ursprüngliche Tendenz war zwar weniger die wissenschaftliche Erkenntnis des Altertums als die Wiedergeburt der antiken Wohlredenheii Spater wandte er sich auch den kritischen Studiën zu. Reiche Förderung erhielt der Humanismus durch die Fürsten, wie die Mediceer in Florenz (bes. Cosimo 1389—1469, Lorenzo Magnifico 1449—92), die Visconti und Sforza in Mailand, die Este in Ferrara, die Montefeltro in Urbino, die Könige von Neapel, die Papste. Voriaufer des Humanismus war Petrarca (1304—74). Sehr tatig und erfolgreich im Auffinden alter Hss war zur Zeit des Konzils von Konstanz (1414—8) Poggio Bracciolini (1380—1459), der Sekretar des Papstes Nikolaus V (Reisen in Deutschland, Frankreich und England). Von Bedeutung sind ferner LBruni, (1369—1444), der Begründer der humanistischen Annalistik, LValla (1407—57), der die

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