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sie hei Ben auch diplomatische Urkunden, die definiert werden können als Sckrifstücke, die als historisches Zeugnis dienen sollen und durch Beobachtung gewisser Formen geeignet sind, das Zeugnis auch für die Zukunft zu beglaubigen (vgl oben n. 49). Es gehören hierher viele geschaftliche Akten, alle rechtlichen Urkunden, viele Briefarten, andere unter n. 99 genannte Zeugnisse, auBerdem alle Schriftstücke, welche der Vorbereitung, Erhaltung, praktischen Befolgung soldier Zeugnisse dienen, wie darauf bezügliche Ausfertigungen, Entwürfe, Praliminarakte, Abschriften usw.

99. b) nach Art des Geschaftsverkehrs:

a. in solche mit Zwecken des rechtlichen Verkehrs oder die eigentlichen Urkunden, die wir definiëren können ais schriftliche Zeugnisse, die unter Beobachtung bestimmt geregelter Formen den Zweck haben, Vorgange oder Tatsachen rechtticher Natur auch für die Zukunft zu beglaubigen, und zwar:

a) zur Feststellung einer schon rechtswirksamen Handlung (Beweisurkunde). Zu dieser Klasse gehören z. B. die Zeugenurkunden fiber die erfolgte Rechtshandlung.

fi) zur Regelung eines Rechtsgeschaftes (Oeschaftsurkunde). Hierhin gehören z. B. Urkunden (dispositive), die durch ihre Ausstellung etwa einen Kauf, eine Schenkung, einen Vertrag rechtsgüitig machen.

y) zur Erlassung eines Qesetzes, eines Befehls (Oesetzesurkunde). Unter diese Klasse fallen z. B. Beschlüsse von Konzilien und Parlamenten, Erlasse von Papsten, Fürsten, amtlichen Behörden, Ordensregeln, offizielle liturgische Bficher u. dgl.

jS. in solche mit nichtrechtlichen Zwecken der Regierung und Verwaltung, wie Manifeste, offizielle Statistiken, Eingaben, Denkschriften, Gutachten, Protokolle, Registraturen, amtliche Listen. Grappen solcher Akte sind z. B. Gesandschaftsberichte, Nuntiaturberichte, Ratsprotokolle, Konzilsakten, Reichstagsakten.

y- in solche mit nichtrechtlichen Zwecken des unmittelbaren praktischen Geschaftsverkehrs, wie geschaftliche Korrespondenzen, Geschaftsberichte usw.

100. 2) Quellen mit nicht rein historischem Charakter. Die Quellen, Welche

diese Klasse bilden, verfolgen auBer dem Zweck der Mitteilung historischer Tatsachen an erster oder zweiter Stelle einen Nebenzweck, der der Auffassung und Darstellung der Tatsachen mehr oder weniger bewuBt eine ausgepragt subjektive Farbung verleiht. Diese subjektive Farbung hebt sich vor dem Auge des unparteiischen Kritikers um so mehr ab, je mehr die Quelle sich den Anschein eines rein objektiven Zeugnisses gibt. Der verfolgte Nebenzweck kann ein dreifacher sein: a. der Nebenzweck der subjektiven Beeinflussung des Verstandes, und zwar:

a) im Dienste der offiziellen Beeinflussung der öffentlichen M e i n u n g, wie bei vielen behördlichen Kundmachungen, offiziösen Pressemeldungen, Kriegsberichten.

b) im Dienste des Interesses von Privatpersonen oder einer Partei, wie bei vielen Lobreden, Grabinschriften, Nekrologen, privaten Streitschriften, Pamphleten, Flugschriften.

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