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106. Verwandt mit der Sage ist die Mythe. Diese tritt uns in einer zweifachen Gestalt eutgegen. Die eine Form der Mythen deutet Naturereignisse, Naturkrafte, sittliche Krafte auf persönliche, nach menschlicher Weise handelnde göttliche Wesen um. Die andere Form dient der Verherrlichung historischer Ereignisse und Persönlichkeiten, indem diese über die Grenzen der menschlichen Natur hinaus in eine göttliche Sphare gerückt werden, so daB die Ahnen oder Helden als Abkömmlinge von Göttern, ausgerüstet mit übermenschlicher Sendung und übermenschlichen Kiiften, dargestellt werden. Über den Begriff Legende s. unten n. 119.

107. b) als eigentlich historische Tradition gebi 1 deter Völker, unter der wir die mündliche ununterbrochene Überlieferung wichtiger historischer Tatsachen durch den Mund der einzelnen Generationen verstehen. Damit diese Überlieferung aber eine wahre, von der oben unter n. 105 beschriebenen Volksüberlieferung verschiedene Quelle sei, muB sie einige Eigenschaften aufweisen, von denen wir spater noch naher handeln werden. Sie findet sich gewöhnlich nur in schreibarmen Zeiten.

108. 2) Die figflrlich - bildliche Überlieferung. Diese faSSen wh auch ÖfteTS

unter dem Namen Monumente, Denkmaler im engern Sinne zusammen. Nach der Art der Darstellung unterscheiden wir wieder:

a. die monumentale Überlieferung oder die Überlieferung durch Monumente im engsten Sinne, d. h. durch selbstandige nichtgraphische Denkmaler der Kunst und des Handwerks. Ihr gehören an:

a) historische Denkmaler der Baukunst, wie Pyramiden, Tempel, Kirchen, viele Grabdenkmaler.

b) historische Denkmaler der B i 1 d n e r e i und Malerei, wie die Triumphbögen des Titus, Konstantin, die Saulen Trajans, des Marcus Aurelian, des Arkadios, welche je ein aufgerolltes Buch darstellen, Stadtbilder historischer Persönlichkeiten.

c) historische Denkmaler der K1 e i n k u n s t, des Kunst g e w e r b e s, des Handwerks von den Erzeugnissen feinster Goldschmiedekunst bis hinab zum schmucklosen Grenzstein, vor allem Gemmen, Münzen, Siegel, Wappen usw, insofern sie bildliche Darstellungen bieten.

109. b. die ornamentale Überlieferung oder die historische Überlieferung, die uns auf sogenanntem schmückendem Beiwerk erhalten ist. Sie umfaBt z. B. historische Bildnereien an Bauten, historische Malereien in Büchern, Pergamentrollen, ornamentale Wappen.

110. c. die graphische Überlieferung oder die durch Zeichnen hergestellte Überlieferung, wie kartographische Darstellungen, topographische Aufnahmen, (Stadteplane), statistische Tabellen.

d. die photographische Überlieferung oder die durch das Lichtverfahren getreu hergestellte Abbildung historischer Tatsachen. An Genauigkeit übertrifft sie die übrige bildlich-figürliche Überlieferung um ein Bedeutendes. Über die verschiedenen Arten des photographischen Verfahrens s. Philolog. Method. 93.

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