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176. 3. Der Erkenntnisgrad des historischen Analogieschlusses ist nur der der Wahrscheinlichkeit; denn die SchluBfolgerung leiten wir nicht aus der Natur der ahnlichen Objekte her, sondern nur aus einer gewissen Proportion. Nun können aber Objekte mit ahnlichen Merkmalen in anderen verschieden Sein; ferner können dieselben Wirkungen verschiedene Ursachen haben und umgekehrt. Wenn dies schon für jede Analogie im allgemeinen gilt, um so mehr für'die historische Analogie, deren Gegenstand ja freie Betatigungen der Menschen sind.

177. 4. B e i s p i e 1 e für die Analogie: Aus der Tatsache, daB die römische Priesterschaft einen Qberpriester hatte und Opfer darbrachte, schlieBt man, daB auch andere alte Völker, die eine Priesterschaft hatten, einen Oberpriester bestellten und Opfer darbrachten. Aus dem Umstande, daB eine Person oder ein Personenkomplex mit bestimmtem Charakter und einer gewissen Verkettung von Umstanden so oder so handelte, schlieBt man, daB eine Person oder ein Personenkomplex von ahnlichem Charakter unter ahnlichen Urnstanden ebenso handeln wird.

178. 2. Der Wert der historischen Analogie. Dieser ist ein doppelter: 1. ein didaktischer, insofern die Analogie als Mittel der Veranschaulichung dient. Durch den Vergleich werden unbekannte oder undeutlich erkannte Merkmale oder Beziehungen eines Objektes durch die bekannten Merkmale oder Beziehungen eines andern Objektes verdeutlicht, gleichsam durch das von dort einfallende Licht erhellt.

2. ein heuristischer als Mittel der Forschung: 1) Zunichst führt die Analogie zur Erkenntnis neuerMerkmale oder Beziehungen und es bedeuten oft sowohl die beobachteten Übereinstimmungen als Differenzen ebensoviele neue Momente, um die Natur der Tatsachen besser zu erkennen. 2) Weiterhin führt sie oft zur Aufstellung von neuen Problemen, zur Bildung wichtiger Hypothesen, zur Vervollkommnung von I n dukti onsbeweisen. 3) SchlieBlich führt sie unter Anwendung des henologischeu Prinzips zum SchluB auf ein Abhangigkeitsverhaltnis zweier Objekte.

179. 3. Das SchluSverfahren auf Grund des henologischen Prinzips. Uber dieses

Verfahren seien hier einige Worte beigefügt, weil, wie schon bemerkt, in der geschichtlichen Betrachtung oft beim einfachen AnalogieschluB eine irrtümliche Anwendung desselben stattfindet In allgemeiner Form lautet das. Prinzip also: Ahnliche Objekte steken immer in einem urspranghaften Zusammenhange, oder ausführlicher: Wenn zwei Objekte in einem Merkmal übereinstimmen, so stammt inbezug auf dieses Merkmal das eine Objekt vom andern oder dieses von jenem oder beide von einem dritten, dem jenes Merkmal in gleicher oder vorziiglicherer Weise eigen ist. Die Anwendung dieses Prinzips ist, wie im gewöhnlichen Leben, so auch in der geschichtlichen Betrachtung überaus haufig; es wird namlich von uns mit Naturnotwendigkeit angewandt ahnlich wie das Kausalitatsprinzip. Beim henologischen Grundsatz liegt aber die Gefahr einer falschen Anwendung deshalb so nahe, weil man leicht eine oder zwei der drei eben angegebenen Möglichkeiten nicht berücksichtigt.

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