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1. Wesen und Voraussetzung der historischen Induktion (hist. Gesetze). 1. Das

letzte Ziel jeder Induktion ist die Aufsteliung allgemeiner Qesetze, um aus ihnen mittels des deduktiven Verfahrens Rückschlüsse auf die Eigenschaften und Betatigungen von individuellen Objekten zu folgern. Da nun geschichtliche Gesetze im Sinne einer auf physisch unabanderVenen Betatigungsweisen beruhenden Regelmafiigkeit nicht möglich sind, so kann es auch eine strenge historische Induktion nach Art der Induktion auf physischem Gebiete nicht geben. Geschichtliche Gesetze im besagten Sinne sind aber deshalb nicht möglich, weil der nichste Gegenstand der Geschichte nicht allgemeine Begriffe oder Urteile, sondern durch frei en WillensentschluB bedingte Objekte in ihrer Sonderheit sind, die als solche nur einmalig sind und nicht wiederkehren.

Deshalb ist auch die naturalistische und evolutionistische Geschichtsauffassung eines HThBuckle, eines AComte, eines FrvHeUwahL eines KLamprecht u. a., welche die geschichtlichen Erscheinungen nach Art der Objekte der Körperwelt betrachten und dieselben aus allgemeinen Gesetzen mehr oder weniger unmittelbar ableiten, entschieden abzulehnen.

194. 2. Qleichwohl können wir von historischen Qesetzen in einem weitern Sinne reden, insofern wir darunter die RegelmlBigkeiten verstehen, welche die geschichtlichen Betatigungen unter gewissen Umstanden aufweisen. Der eigentliche Trager der geschichtlichen Erscheinungen ist zwar der freie menschliche Wille. Doch ist diese Freiheit von auBen und innen vielfach beschrankt; der Mensch ist namlich in seinen Betatigungen nicht nur von der auBern Natur und deren Bedingungen, sondern auch von seinen inneren Anlagen und Trieben abhangig. Deshalb erscheint uns auch das historische Geschehen zum groBen Teil als die Resultante aus den Wirkungen verschiedener Faktoren, die selbst nach den ihnen eigenttimlichen Gesetzen wirken und unter deren EinfluB auch der Wille in seinen Betatigungen eine gewisse RegelmaBigkeit zeigt Andrerseits kann wegen der Willensfreiheit diese RegelmaBigkeit des historischen Geschehens nur eine relative sein. Alle Individuen können eine Ausnahme bilden und zuweilen durchbricht das Individuelle sogar derart den gewohnten Lauf der Entwicklung, daB es mit seiner Sonderart sich an die Spitze der Bewegung stellt lm Grunde sind also alle historischen Gesetze Betdtigungsgesetze des f reien Willens, weil eben die genannten Faktoren im geschichtlichen Geschehen ihre Wirkungen erst durch das Mittel der psychischen Kausalitat ausüben, d. h. weil sie erst zu Motiven der Betatigungen werden oder die eigentlichen Motive beeinfluBen mussen. Deshalb ist auch jede historische Induktion zum guten Teil eine psychologische Induktion.

Da die historischen Qesetze sich in regelmaBigem Handeln (mores) auBern, heiBen sie auch vielfach moralische Gesetze. Historische Qesetze, deren Regelmafiigkeit, nicht aber Kausalitat uns bekannt ist, nennen wir empirische historische Gesetze. Durchaus zu verwerfen ist die Bezeichnung historische Gesetze für Urteile, die nur eine allgemeine Formel geschichtlicher Erscheinungen darstellen ohne erfahrungsgemaB festgestellte Regelmafiigkeit und ohne jedweden kausalen Zusammenhang, wie es z. B. die sog. Entwicklungsgesetze eines AComte oder KLamprecht sind.

Feder, Hist Methodik. 5

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